Die Wärmewende in Deutschland steckt fest. Das aktuelle Gebäudeenergiegesetz (GEG) ist zu komplex, zu teuer und zu technologieverengt. Es verunsichert Eigentümer, statt Vertrauen zu schaffen. Als GAS- UND WASSERSTOFFWIRTSCHAFT e.V. fordern wir ein GEG 3.0, das auf CO2-Minderung statt Technologievorgaben setzt und die Wärmewende wieder bezahlbar macht.
1. Äquivalenz-Ansatz in den Mittelpunkt! Ein klimaneutraler Gebäudebestand ist mehr als die Vorgabe eines Erneuerbaren-Anteils
Klimaschutz im Gebäudebestand gelingt nur durch eine Gesamtbetrachtung des Gebäudes. Wir schlagen einen Äquivalenz-Ansatz vor, der alle Maßnahmen – Gebäudehülle, Heizungsmodernisierung und Nutzung erneuerbarer Energien – an der CO2-Einsparung misst. Statt einer starren 65%-Erneuerbaren-Quote braucht es einen degressiven CO2-Einsparungspfad, der Eigentümern flexible, bezahlbare Schritte hin zur Klimaneutralität ermöglicht.
2. Echte Neutralität der Technologie! Die Wärmewende muss technologieneutral sein
Das GEG darf keine Technologien bevorzugen oder ausschließen. Der heutige Fokus auf Wärmepumpen und Wärmenetze ignoriert die Potenziale von Biomethan, synthetischem Methan, Wasserstoff und Hybridlösungen. Wir fordern echte Technologieneutralität: Alle klimafreundlichen Energieträger müssen gleiche Chancen im Markt erhalten, und Übergangsregelungen sollen Innovation und Markthochlauf absichern.
3. Keine tendenziöse Beratung! Seriöse Beratung ist die Grundlage für Vertrauen
Die aktuelle "Pflichtberatung" für gasbasierte Systeme ist einseitig und schafft Misstrauen. Wir setzen uns für eine objektive, technologieoffene Beratung ein, die alle Kosten- und Verfügbarkeitsrisiken – auch bei Strom und Fernwärme – transparent macht. Staatliches Informationshandeln muss neutral, sachlich und ausgewogen sein. Etablierte Energieberater, Versorger und Verbraucherzentralen bieten bereits die notwendige Kompetenz.
4. Die Weiternutzung der Gasnetze muss Teil des Lösungsraums sein!
Unsere bestehenden Gasnetze sind ein wertvolles Rückgrat für die Wärmewende. Durch den Einsatz von grünem Methan und Wasserstoff können CO₂-Emissionen schnell und kosteneffizient reduziert werden. Wir fordern, dass diese Energieträger im GEG gleichberechtigt zu Wasserstoff behandelt und mit realistischen Übergangsregelungen versehen werden. Eine handelbare Grüngasquote kann Nachfrage und Markthochlauf stärken – und regionale Wertschöpfung sichern.