Branchennews , 20. Feb 2026

Drei Fragen an Jörg Selbach-Röntgen, biogeen GmbH

Biomethan gilt als einer der zentralen Bausteine für ein klimaneutrales Energiesystem – insbesondere dort, wo Elektrifizierung an Grenzen stößt. Die biogeen GmbH entwickelt, plant und betreibt Biomethan- und Biogasanlagen und begleitet Projekte entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Rohstoffaufbereitung bis zur Einspeisung ins Gasnetz. Als Geschäftsführer verantwortet Jörg Selbach-Röntgen die strategische Ausrichtung des Unternehmens und treibt den Ausbau erneuerbarer Gase in Deutschland und Europa voran. Im Interview erläutert er, welche Rolle Biomethan künftig im Energiesystem spielen kann, wo der Markt heute steht und welche politischen Weichenstellungen jetzt erforderlich sind.

  1. Welche Rolle spielt Biomethan aus Ihrer Sicht künftig im klimaneutralen Energiesystem?

    Biomethan wird im klimaneutralen Energiesystem eine Schlüsselrolle spielen. Es erhöht die Resilienz der Energieversorgung und macht uns unabhängiger von geopolitischen Risiken sowie von volatilen Erdgas- und LNG-Preisen. Gleichzeitig ermöglicht Biomethan Klimaschutz dort, wo eine direkte Elektrifizierung nur schwer oder nicht rechtzeitig umsetzbar ist. Gerade für Industrie, Prozesswärme und weitere sogenannte „hard to abate“ bzw. „hard to abate on time“-Anwendungen ist Biomethan unverzichtbar. Es verbindet Versorgungssicherheit, Klimaschutz und die effiziente Nutzung bestehender Infrastruktur.
  2. Wo steht der Markt für Biomethan aus Ihrer Sicht heute?

    Der Biomethanmarkt steht aktuell an einem Wendepunkt. Die vorhandenen Marktpotenziale sind bei weitem noch nicht ausgeschöpft. In Deutschland werden derzeit rund 12 TWh Biomethan pro Jahr produziert, kurzfristig sind jedoch Größenordnungen von bis zu 100 TWh realistisch. Das Interesse an Biomethan nimmt deutlich zu – insbesondere aus der Industrie, aber auch von Stadtwerken. Entwicklungen in Ländern wie Italien, Spanien oder Frankreich zeigen, welches Potenzial gehoben werden kann, wenn geeignete politische Rahmenbedingungen bestehen und die systemischen Vorteile von Biomethan konsequent genutzt werden.
  3. Was braucht es politisch jetzt, damit erneuerbare Gase schneller in den Markt kommen?

    Jetzt braucht es vor allem Verlässlichkeit. Planungs- und Investitionssicherheit für neue wie bestehende Anlagen ist entscheidend, um den Markthochlauf zu ermöglichen. Gasverteilnetze sollten erhalten bleiben, damit Biomethan weiterhin flächendeckend genutzt werden kann. Zudem müssen Netzanschlussbedingungen so gestaltet werden, dass Anreize für den Bau neuer und größerer Anlagen entstehen. Nicht zuletzt ist eine Vereinheitlichung und deutliche Beschleunigung von Genehmigungsprozessen notwendig, um erneuerbare Gase schneller in den Markt zu bringen.

Als Stimme der Branche bündelt der Verband DIE GAS- UND WASSERSTOFFWIRTSCHAFT e. V. die In­te­res­sen seiner Mit­glie­der und setzt sich da­für ein, dass die Po­ten­zi­a­le von Was­ser­stoff und seiner Derivate sowie Bio­gas und Erd­gas inklusive der dazugehörigen In­fra­struk­tur ge­nutzt wer­den. Zudem in­for­miert er über die Chan­cen, die gas­för­mi­ge Ener­gie­trä­ger und ihre Infrastruktur in einem klimaneutralen als auch resilienten Energiesystem bie­ten, und treibt den Wandel der Bran­che hin zu neu­en Ga­sen vo­ran. Der Verband wird von führenden Unternehmen der Energiewirtschaft getragen und umfasst die gesamte Wertschöpfungskette von Produktion, Transport, Verteilung bis hin zu Handel, Vertrieb und Anwendungen. Wei­te­re Bran­chen­ver­bän­de und In­dus­trieunternehmen un­ter­stüt­zen ihn als Part­ner.

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