Pressemitteilung , 17. Apr 2026

Bio-LNG: Günstiger Klimaschutz für den Schwerlastverkehr darf nicht ausgebremst werden

Bild: DIE GAS- UND WASSERSTOFFWIRTSCHAFT
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  • Bio-LNG ermöglicht klimaschonenden Schwerlastverkehr zu deutlich geringeren und stabileren Kosten als Diesel
  • Parlamentarische Konferenz „Bio-LNG in der Logistik“ zeigt großes Potenzial und Bedarf an besseren Rahmenbedingungen
  • Kehler: „Gerade in der aktuellen Energiekrise ist heimisches Bio-LNG ein echter Standortvorteil. Das sollte im Rahmen der aktuellen Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe berücksichtigt werden.“

Bio-LNG zeigt in der aktuellen Energiekrise seine wirtschaftliche Stärke: Der erneuerbare Kraftstoff ermöglicht klimaschonenden Schwerlastverkehr zu deutlich geringeren und stabileren Kosten als fossile Alternativen. Damit unterstreicht Bio-LNG seine besondere Rolle als wirtschaftlich tragfähige und zugleich nahezu klimaneutrale Lösung im Schwerlastverkehr. Vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Debatte um eine Senkung der Energiesteuer auf fossile Kraftstoffe wird jedoch deutlich: Klimafreundliche Alternativen wie Bio-LNG drohen erneut ins Hintertreffen zu geraten.

Die günstigen und stabilen Preise von Bio-LNG sind kein Zufall, sondern Ergebnis regionaler und europäischer Wertschöpfung. Zahlen aus der Branche zeigen: Ein Kilogramm Bio-LNG kostet aktuell unter 0,90 Euro – und damit weniger als die Hälfte eines Liters Diesel. Für diesen klaren Kostenvorteil sorgt auch die Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote), die Produzenten erneuerbarer Kraftstoffe zusätzliche Erlöse ermöglicht und so die Preise für den Kraftstoff niedrig hält. Der Kraftstoff wird überwiegend aus heimischen und europäischen Rest- und Abfallstoffen produziert und macht den Schwerlastverkehr damit unabhängiger von volatilen globalen Energiemärkten.

Diese Zusammenhänge standen im Zentrum der parlamentarischen Konferenz „Bio-LNG in der Logistik: Mit Bio-LNG Wettbewerbsfähigkeit stärken und Emissionen reduzieren“, zu der der Verband Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft am 16. April 2026 in die Deutsche Parlamentarische Gesellschaft in Berlin eingeladen hatte. Dort diskutierten rund 200 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Logistik, Fahrzeugindustrie und Energiewirtschaft insbesondere über Wirtschaftlichkeit, Praxiserfahrungen sowie die notwendigen politischen Rahmenbedingungen für den weiteren Markthochlauf von Bio-LNG.

In Deutschland werden LNG-Lkw bereits heute nahezu vollständig mit Bio-LNG betrieben – rund 98,5 Prozent des eingesetzten Kraftstoffs waren im vergangenen Jahr erneuerbar. Der Schwerlastverkehr ist damit faktisch klimaneutral unterwegs. Zudem ist die Infrastruktur mit über 200 LNG-Tankstellen sehr gut ausgebaut und die Technologie ausgereift.

Der Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, Alois Rainer, erklärt: „Biogas ist ein regional verfügbarer und unabhängiger Energieträger. Die dezentrale Biogaserzeugung ist ein wesentlicher Baustein der krisensicheren Energieversorgung Deutschlands. Sie machen uns unabhängiger von fossilen Energieimporten. Biogasanlagen sind außerdem eine wichtige Säule der Wertschöpfung in der Land- und Forstwirtschaft sowie in den ländlichen Räumen. Sie sichern zehntausende Arbeitsplätze. Es gibt also gute Gründe, in die Stärkung der Bioenergie zu investieren.“

„Gerade in Zeiten hoher Energiepreise ist Bio-LNG ein echter Standortvorteil“, erklärt Timm Kehler. „Unternehmen profitieren von planbaren und niedrigeren Kraftstoffkosten – und reduzieren gleichzeitig ihre Emissionen massiv. Diese Kombination ist einzigartig. Allerdings wird der Kraftstoff immer noch gegenüber fossilen Kraftstoffen schlechter gestellt, etwa bei der Maut. Ganz aktuell sehen wir es auch bei der Senkung der Energiesteuer, die aktuell nur für fossile Kraftstoffe diskutiert wird. Wenn Diesel entlastet wird, müssen auch erneuerbare Alternativen wie Bio-LNG berücksichtigt werden – sonst wird Klimaschutz im Verkehr ausgebremst.“

Als Stimme der Branche bündelt der Verband DIE GAS- UND WASSERSTOFFWIRTSCHAFT e. V. die In­te­res­sen seiner Mit­glie­der und setzt sich da­für ein, dass die Po­ten­zi­a­le von Was­ser­stoff und seiner Derivate sowie Bio­gas und Erd­gas inklusive der dazugehörigen In­fra­struk­tur ge­nutzt wer­den. Zudem in­for­miert er über die Chan­cen, die gas­för­mi­ge Ener­gie­trä­ger und ihre Infrastruktur in einem klimaneutralen als auch resilienten Energiesystem bie­ten, und treibt den Wandel der Bran­che hin zu neu­en Ga­sen vo­ran. Der Verband wird von führenden Unternehmen der Energiewirtschaft getragen und umfasst die gesamte Wertschöpfungskette von Produktion, Transport, Verteilung bis hin zu Handel, Vertrieb und Anwendungen. Wei­te­re Bran­chen­ver­bän­de und In­dus­trieunternehmen un­ter­stüt­zen ihn als Part­ner.

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