Pressemitteilung , 20. Mai 2026

EnWG-Novelle: Gasnetze müssen zur Infrastruktur für klimaneutrale Moleküle werden

Bild: Stefan Hobmaier/DIE GAS- UND WASSERSTOFFWIRTSCHAFT
Bild: Stefan Hobmaier/DIE GAS- UND WASSERSTOFFWIRTSCHAFT

Der Bundestagsausschuss für Wirtschaft und Energie hat sich am Nachmittag in einer Anhörung mit der Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes zur Umsetzung des EU-Gas- und Wasserstoff-Binnenmarktpakets befasst. Aus Sicht des Verbands Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft ist die Novelle ein wichtiger Schritt, um die bestehende Gasinfrastruktur weiterzuentwickeln und den Hochlauf von Wasserstoff und Biomethan regulatorisch abzusichern. Dazu erklärte Dr. Timm Kehler, Vorstand von Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft:

„Die EnWG-Novelle ist eine zentrale Weichenstellung für die Transformation unserer Energieinfrastruktur. Entscheidend ist, dass sie nicht auf Stilllegung, sondern auf Vergrünung ausgerichtet wird. Gasnetze sind kein Auslaufmodell, sondern die Voraussetzung dafür, dass Wasserstoff, Biomethan und andere klimaneutrale Moleküle schnell und effizient in den Markt kommen.

Beim Wasserstoff-Kernnetz braucht es jetzt investitionsfreundliche Finanzierungsbedingungen. Der aktuelle Rahmen wird den Risiken des Hochlaufs noch nicht ausreichend gerecht. Wer privates Kapital für den Aufbau der Wasserstoffwirtschaft mobilisieren will, muss Selbstbehalte, Eigenkapitalverzinsung und Refinanzierungszeiträume so ausgestalten, dass Investitionen tatsächlich möglich werden. Das gilt auch für regionale Wasserstoffnetze, die für die Anbindung von Industrie, Mittelstand und Verteilnetzstrukturen entscheidend sind.

Gleichzeitig muss Biomethan dauerhaft als fester Bestandteil der klimaneutralen Energieversorgung abgesichert werden. Biomethan ist bereits heute verfügbar, speicherbar und systemdienlich. Dafür braucht es eine nationale Biomethanstrategie, langfristige Netzanschlusssicherheit über mindestens 20 Jahre und objektive Kriterien für Biomethan-Eignungsgebiete. Die Transformation der Gasnetze darf nicht zulasten bestehender und künftiger Investitionen in erneuerbare Gase gehen.

Die Richtung stimmt, aber an zentralen Stellen muss der Gesetzentwurf nachgeschärft werden. Die Transformation gelingt nur, wenn Versorgungssicherheit, Investitionssicherheit und Bezahlbarkeit zusammengedacht werden.“

Als Stimme der Branche bündelt der Verband DIE GAS- UND WASSERSTOFFWIRTSCHAFT e. V. die In­te­res­sen seiner Mit­glie­der und setzt sich da­für ein, dass die Po­ten­zi­a­le von Was­ser­stoff und seiner Derivate sowie Bio­gas und Erd­gas inklusive der dazugehörigen In­fra­struk­tur ge­nutzt wer­den. Zudem in­for­miert er über die Chan­cen, die gas­för­mi­ge Ener­gie­trä­ger und ihre Infrastruktur in einem klimaneutralen als auch resilienten Energiesystem bie­ten, und treibt den Wandel der Bran­che hin zu neu­en Ga­sen vo­ran. Der Verband wird von führenden Unternehmen der Energiewirtschaft getragen und umfasst die gesamte Wertschöpfungskette von Produktion, Transport, Verteilung bis hin zu Handel, Vertrieb und Anwendungen. Wei­te­re Bran­chen­ver­bän­de und In­dus­trieunternehmen un­ter­stüt­zen ihn als Part­ner.

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