Die EU-Kommission und die Bundesregierung haben heute eine Grundsatzeinigung zu Eckpunkten für die Kraftwerksstrategie erzielt. Damit ebnet die Kommission den Weg für die Ausschreibung von zwölf Gigawatt steuerbarer Kapazitäten. Davon sollen zehn Gigawatt als wasserstofffähige Gaskraftwerke und zwei Gigawatt technologieoffen ausgeschrieben werden. Dr. Timm Kehler, Vorstand des Verbands Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft, sieht in der Genehmigung einen ersten richtigen Schritt, doch weist auf eine weiterhin bestehende Versorgungslücke, und die Rolle von wasserstofffähigen Gaskraftwerken im Markthochlauf von Wasserstoff hin.
„Wir sind sehr erleichtert über die Einigung der Bundesregierung mit der EU-Kommission über die Kraftwerksstrategie. Denn ohne regelbare Kraftwerke wird Strom in Deutschland knapper – und damit teurer. Aber die angekündigten zwölf Gigawatt an neu ausgeschriebener Kraftwerksleistung sind bei Weitem nicht ausreichend. Nach dem Ausstieg aus der Kernenergie und mit dem Ausstieg aus der Kohleverstromung brauchen wir in Deutschland bis 2035 deutlich mehr gesicherte Leistung, die als Backup für Wind- und Sonnenenergie dient und Dunkelflauten absichert. Im jüngsten Versorgungssicherheitsmonitoring benennt die Bundesnetzagentur die Leistungslücke klar: die Stromversorgung in Deutschland ist nur gewährleistet, wenn bis 2035 mindestens 22 GW an steuerbaren Kapazitäten errichtet werden.
Ausdrücklich begrüßen wir, dass alle neuen Anlagen von Anfang an wasserstofffähig sein müssen. So entsteht Nachfrage nach Wasserstoff, was ein klares Signal für das Wasserstoffkernnetz sendet. Auch in den zusätzlichen Maßnahmen, mit denen die Bundesregierung einen vorzeitigen Umstieg auf Wasserstoff anreizen will, sehen wir einen richtigen und wichtigen Schritt.
Auch den in der Grundsatzeinigung angelegte technologieoffene, umfassende Kapazitätsmarkt, fordern wir seit Langem: Nur ein Kapazitätsmarkt belohnt verlässlich bereitgestellte Leistung. Er schafft Investitionssicherheit, verhindert teure Knappheitspreise und dämpft die Strompreise."