Pressemitteilung , 16. Feb 2026

Kehler: „Die Wiederbefüllung der Gasspeicher wird ohne neuen Regulierungsrahmen zu einer sehr großen Herausforderung.“

Bild: Swen Gottschall/DIE GAS- UND WASSERSTOFFWIRTSCHAFT
Bild: Swen Gottschall/DIE GAS- UND WASSERSTOFFWIRTSCHAFT

In einer Sondersitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Energie wird sich Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche morgen gegenüber den Abgeordneten des Bundestags zur aktuellen Versorgungslage äußern. Im Mittelpunkt steht dabei der historisch niedrige Füllstand der deutschen Gasspeicher. Dazu äußert sich Dr. Timm Kehler, Vorstand des Verbands Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft:

„Nach heutigem Stand ist die Versorgung aller Kunden gesichert – vorausgesetzt, es gibt diesen Winter keine extremen Kälteperioden oder andere unerwartete Ereignisse. Die eigentliche Herausforderung kommt allerdings erst nach der Heizperiode: Die Speicher müssen bis zum nächsten Winter wieder gefüllt werden. Weil die Füllstände jetzt aber deutlich niedriger sind als im vergangenen Jahr, müssen wesentlich größere Mengen eingespeichert werden. Für die Versorgungssicherheit ist der Staat verantwortlich, der daher die Regeln für die Gashändler setzt. Die damalige Bundesregierung hat in der Krise 2022 richtig gehandelt und die Speicher konsequent gefüllt. Zwei aufeinanderfolgende milde Winter haben aber den politischen Druck reduziert, so dass die notwendigen strukturellen Anpassungen bei der Speicherbewirtschaftung ausgeblieben sind. Für die Bundesregierung gilt es jetzt, die Versäumnisse der Vorgängerregierung schnell aufzuholen und für den nächsten Winter einen guten Rahmen für den Erhalt und die Befüllung der Gasspeicher zu schaffen. Wir benötigen eine klare Regulierung, die Marktmechanismen nutzt und gleichzeitig eine verlässliche Befüllung sicherstellt. Frankreich, Österreich und Italien zeigen, dass das möglich ist.

Deutschland verfügt über das größte Speichervolumen in der EU und damit über ein sehr wertvolles Asset. Dieses Gut müssen wir erhalten, vor allem mit Blick auf die zusätzlichen Gaskraftwerke, die künftig zur Stromerzeugung eingesetzt werden. Die vergangenen Wochen haben das System stark beansprucht und beispielsweise die Nord-Süd-Leitungen zweitweise an ihr Limit gebracht. Auch deshalb brauchen wir gerade im Süden ausreichende Speicherkapazitäten, um die Netze zu entlasten.“

Als Stimme der Branche bündelt der Verband DIE GAS- UND WASSERSTOFFWIRTSCHAFT e. V. die In­te­res­sen seiner Mit­glie­der und setzt sich da­für ein, dass die Po­ten­zi­a­le von Was­ser­stoff und seiner Derivate sowie Bio­gas und Erd­gas inklusive der dazugehörigen In­fra­struk­tur ge­nutzt wer­den. Zudem in­for­miert er über die Chan­cen, die gas­för­mi­ge Ener­gie­trä­ger und ihre Infrastruktur in einem klimaneutralen als auch resilienten Energiesystem bie­ten, und treibt den Wandel der Bran­che hin zu neu­en Ga­sen vo­ran. Der Verband wird von führenden Unternehmen der Energiewirtschaft getragen und umfasst die gesamte Wertschöpfungskette von Produktion, Transport, Verteilung bis hin zu Handel, Vertrieb und Anwendungen. Wei­te­re Bran­chen­ver­bän­de und In­dus­trieunternehmen un­ter­stüt­zen ihn als Part­ner.

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