Der Dieselpreis hat in Deutschland ein neues Rekordhoch erreicht. Für die Transport- und Logistikbranche verschärft das den Kostendruck weiter. Wenn die Politik jetzt über Entlastungen im Verkehr diskutiert, muss sie die steuerliche und regulatorische Gleichbehandlung von Biomethan in den Blick nehmen, fordert Dr. Timm Kehler, Vorstand des Verbandes Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft:
„Wer die Transportwirtschaft dauerhaft entlasten will, muss auch bei der Lkw-Maut ansetzen. Die große Klimaschutzleistung von Bio-CNG und Bio-LNG muss sich in einem reduzierten CO₂-Mautanteil widerspiegeln. Dafür sollte die Bundesregierung die rechtlichen Voraussetzungen schaffen. Unternehmen, die Biomethan einsetzen, brauchen einen wirtschaftlichen Anreiz für klimafreundliche Transporte. Aktuell ist der Mautsatz für Lkw mit dem erneuerbaren Kraftstoff auf demselben Niveau wie für Fahrzeuge, die durch fossilen Diesel angetrieben werden.
Bio-LNG ist bereits heute verfügbar: Im ersten Halbjahr 2026 lag der Biomethananteil am deutschen LNG-Absatz an Tankstellen bei 100 Prozent. Tankstellen und Fahrzeuge zeigen täglich ihre Leistungsfähigkeit. Produzenten und Speditionen sind also schon in Vorleistung gegangen, dieses Engagement sollte durch eine Entlastung bei der Maut honoriert werden.
Auch bei neuen Maßnahmen gegen hohe Kraftstoffpreise müssen Bio-CNG und Bio-LNG gleichwertig berücksichtigt werden. Bei der Energiesteuersenkung im Mai und Juni blieben sie unberücksichtigt, während Benzin, Diesel und beispielsweise HVO entlastet wurden. Das darf sich nicht wiederholen: Wer bereits in erneuerbare Kraftstoffe investiert hat, darf bei der Entlastung nicht leer ausgehen.“