Pressemitteilung , 23. Feb 2026

Umfrage zeigt: Hausbesitzer wollen mehr Wahlfreiheit und Angebote zur CO2-Reduktion

Bild: Jost Listemann/DIE GAS- UND WASSERSTOFFWIRTSCHAFT
Bild: Jost Listemann/DIE GAS- UND WASSERSTOFFWIRTSCHAFT
  • Dekarbonisierung des Gasnetzes analog zu Fernwärme und Strom trifft auf breite Zustimmung bei Hausbesitzerinnen und -besitzern.
  • Keine Verengung aufs Heizsystem gewünscht: Alle CO₂-sparenden Maßnahmen sollen angerechnet werden.
  • Kehler: „Ein Heizungsgesetz darf kein Technikgesetz sein. Entscheidend ist weniger CO₂ und nicht, welche Anlage im Keller steht.“

Eine klare Mehrheit der Eigenheimbesitzerinnen und -besitzer in Deutschland wünscht sich bei der energetischen Modernisierung ihrer Gebäude mehr Eigenverantwortung und weniger staatliche Detailvorgaben. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des Verbands Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft.

65,1 Prozent der Befragten Eigenheimbesitzerinnen und -besitzer sprechen sich dafür aus, Modernisierungsentscheidungen eigenverantwortlich zu treffen, statt einem festen gesetzlichen Ordnungsrahmen folgen zu müssen. Gleichzeitig wird deutlich: Der Klimaschutz wird nicht infrage gestellt – sondern die verengte Steuerungslogik des Gebäudeenergiegesetzes.

Mehrheit für CO₂-Reduktionsziele statt Technikvorgaben

57,9 Prozent der Hausbesitzerinnen und -besitzer befürworten ein Gesetz, bei dem Modernisierungsmaßnahmen auf Gebäudeebene in der Gesamtbilanz berücksichtigt und entsprechend angerechnet werden – etwa Dämmung, Fenster oder Heizungsmodernisierung.

Damit spricht sich die Mehrheit für einen technologieoffenen Ansatz aus, der Emissionen des gesamten Hauses bewertet, statt einzelne Heizungstechnologien vorzuschreiben. Für Dr. Timm Kehler, Vorstand des Verbands Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft, ist klar: „Die Menschen wollen Klimaschutz, aber sie brauchen wirksame Lösungen statt starrer Vorgaben. Ein Heizungsgesetz darf kein Technikgesetz sein. Entscheidend ist, dass die Gebäude-Emissionen sinken und nicht, welche Anlage im Keller steht.“

Breite Zustimmung zu klimaneutralen Gasen

Auch für den Einsatz klimaneutraler Gase zeigt sich eine klare Mehrheit: 65,9 Prozent der Befragten befürworten eine verpflichtende Versorgung mit erneuerbaren Gasen durch den Versorger, damit bestehende Heizungen klimaneutral betrieben werden können. Eine schrittweise ansteigende Quote für klimaneutrale Gase gestaltet den Transformationspfad der Gasnetze transparent. Zudem würde damit eine klare Verantwortung für die Dekarbonisierung des Gasnetzes beim Versorger verankert – ähnlich den Vorgaben für Strom und Fernwärme.

Bezahlbarkeit wichtiger als Geschwindigkeit

Besonders eindeutig ist das Ergebnis bei den Prioritäten der Energiewende: 68,2 Prozent der Eigenheimbesitzerinnen und -besitzer halten Finanzierbarkeit für wichtiger als ein möglichst hohes Umsetzungstempo. Für Dr. Timm Kehler zeigen die Ergebnisse: „Ein Heizungsumbau ist für die meisten eine große Investition. Geschwindigkeit und hohe Anforderungen schaffen keine Akzeptanz. Die Wärmewende wird nur erfolgreich sein, wenn diejenigen, die sie umsetzen müssen, sie sich auch leisten können.“

Die Ergebnisse sprechen nach Ansicht des Verbandes für einen eher zielorientierten Rechtsrahmen im Gebäudebereich mit Emissionsminderung als Maßstab und Technologieoffenheit als Umsetzungsweg. Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft hat daher schon im November vergangenen Jahres einen Äquivalenzansatz vorgeschlagen, bei dem unterschiedliche Maßnahmen auf das CO₂-Ziel einzahlen.

Civey hat vom 11. bis 18. Februar 2026 online 2.500 Eigenheimbesitzer in Deutschland befragt. Die vollständigen Umfrageergebnisse finden Sie hier. Die Ergebnisse sind repräsentativ, der statistische Fehler beträgt 3,8 Prozentpunkte. Weitere Informationen zur Methodik finden Sie hier.

Als Stim­me der Bran­che bün­delt der Ver­band DIE GAS- UND WASSERSTOFF­WIRTSCHAFT e.V. die In­te­res­sen sei­ner Mit­glie­der und setzt sich da­für ein, dass die Po­ten­zi­a­le von Was­ser­stoff und sei­ner De­ri­va­te so­wie Bio­gas und Erd­gas in­klu­si­ve der da­zu­ge­hö­ri­gen In­fra­struk­tur ge­nutzt wer­den. Zu­dem in­for­miert er über den Bei­trag gas­för­mi­ger Ener­gie­trä­ger und ih­rer In­fra­struk­tur zu ei­ner si­che­ren Ener­gie­ver­sor­gung so­wie über die Mög­lich­kei­ten, Treib­haus­gas­emis­si­o­nen durch den Ein­satz von Was­ser­stoff, sei­nen De­ri­va­ten und Bio­gas zu sen­ken. Zu­gleich treibt er die Trans­for­ma­tion der Bran­che hin zu neuen Ga­sen vo­ran. Der Ver­band wird von füh­ren­den Un­ter­neh­men der Ener­gie­wirt­schaft ge­tra­gen und um­fasst die ge­sam­te Wert­schöp­fungs­ket­te von Pro­duk­tion, Trans­port, Ver­tei­lung bis hin zu Han­del, Ver­trieb und An­wen­dun­gen. Wei­te­re Bran­chen­ver­bän­de und In­dus­trie­un­ter­neh­men un­ter­stüt­zen ihn als Part­ner.

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