Pressemitteilung , 19. Mär 2026

Verzögerungen bei THG-Quote bremsen Bio-LNG und Klimaschutz im Schwerlastverkehr aus

Bild: Stefan Hobmaier / DIE GAS- UND WASSERSTOFFWIRTSCHAFT
Bild: Stefan Hobmaier / DIE GAS- UND WASSERSTOFFWIRTSCHAFT

Der Bundestag hat die ursprünglich für heute angesetzte zweite und dritte Lesung zur Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) überraschend von der Tagesordnung gestrichen. Damit verzögert sich ein wesentliches Instrument, mit dem der enorme Preisvorteil von Bio-LNG zu Diesel weiter ausgebaut werden könnte. Gerade angesichts der aktuell stark gestiegenen Diesel-Preise sorgt das bei Dr. Timm Kehler, Vorstand des Verbands Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft, für Unverständnis:

„Mit Bio-LNG steht bereits heute eine klimafreundliche Alternative für den Schwerlastverkehr zur Verfügung, die nicht nur sofort einsetzbar ist, sondern auch wirtschaftlich überzeugt: Mit Preisen unter 0,90 EUR pro Kilogramm ist Bio-LNG deutlich günstiger als Diesel, der aktuell weit über 2,00 EUR pro Liter kostet. Der Energiegehalt eines Kilogramms Bio-LNG ist dabei sehr viel größer als der eines Liters Diesel. In Krisenzeiten wie heute, in denen Diesel- und Benzinpreise nach oben schnellen, bleibt Bio-LNG auf niedrigem Niveau preisstabil. Gleichzeitig wird der Kraftstoff zunehmend in Europa produziert und ist auch damit weniger anfällig für geopolitische Krisen und Preisschocks auf den internationalen Energiemärkten.

Umso unverständlicher ist, dass die Koalitionsfraktionen ausgerechnet jetzt auf die Bremse treten. Die THG-Quote kann das entscheidende Instrument sein, um den Preisvorteil von Bio-LNG weiter zu vergrößern und dessen Anteil im Schwerlastverkehr voranzubringen. Gerade jetzt brauchen Betreiber von Bio-LNG-Infrastruktur und -Fahrzeugen klare Signale, damit sich der Einsatz erneuerbarer Kraftstoffe weiter durchsetzt und Unternehmen Planungssicherheit für Investitionen erhalten.

Nach den Verwerfungen durch mutmaßlich falsch deklarierte Importe ist zudem klar: Verlässliche Regeln für Kontrolle, Transparenz und Betrugsprävention sind dringend notwendig, denn die THG-Quote kann ihre Wirkung nur entfalten, wenn ihre Integrität gesichert ist.

Die Branche ist auf eigene Kosten in Vorleistung gegangen und hat ohne staatliche Subventionen eine flächendeckende Tankinfrastruktur errichtet: An etwa 200 Tankstellen wird heute fast ausschließlich klimaneutrales Bio-LNG vertrieben. Infrastruktur, Fahrzeuge und Kraftstoffe sind also verfügbar. Was fehlt, sind klare und verlässliche politische Rahmenbedingungen, die Investitionen ermöglichen und den Markthochlauf beschleunigen.“

Als Stimme der Branche bündelt der Verband DIE GAS- UND WASSERSTOFFWIRTSCHAFT e. V. die In­te­res­sen seiner Mit­glie­der und setzt sich da­für ein, dass die Po­ten­zi­a­le von Was­ser­stoff und seiner Derivate sowie Bio­gas und Erd­gas inklusive der dazugehörigen In­fra­struk­tur ge­nutzt wer­den. Zudem in­for­miert er über die Chan­cen, die gas­för­mi­ge Ener­gie­trä­ger und ihre Infrastruktur in einem klimaneutralen als auch resilienten Energiesystem bie­ten, und treibt den Wandel der Bran­che hin zu neu­en Ga­sen vo­ran. Der Verband wird von führenden Unternehmen der Energiewirtschaft getragen und umfasst die gesamte Wertschöpfungskette von Produktion, Transport, Verteilung bis hin zu Handel, Vertrieb und Anwendungen. Wei­te­re Bran­chen­ver­bän­de und In­dus­trieunternehmen un­ter­stüt­zen ihn als Part­ner.

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