Die Ereignisse haben uns gezeigt: Die Transformation unseres Energiesystems muss deutlich schneller voranschreiten. Für eine sichere Energieversorgung mit möglichst wenig Treibhausgasemissionen brauchen wir eine gesunde Mischung bei Lieferländern und Energieträgern gleichermaßen.
Vor allem der Aufbau und die Stärkung regionaler Strukturen ermöglichen einen wertvollen Beitrag zur zunehmend dekarbonisierten Energieversorgung.
Biogas-Anlagen können einen wichtigen Baustein im Energiemix der Zukunft bilden. Ersetzt das erzeugte Biogas fossile Energieträger, können über den Lebenszyklus Treibhausgasemissionen reduziert werden. Besonders beim Einsatz landwirtschaftlicher Reststoffe oder von Wirtschaftsdüngern wie Gülle und Mist kann die Treibhausgasbilanz gegenüber fossilen Energieträgern niedrig ausfallen: Es ist kein zusätzlicher Anbau von Energiepflanzen erforderlich, und durch die Vergärung von Wirtschaftsdüngern können Methanemissionen vermieden werden, die bei ihrer herkömmlichen Lagerung entstehen würden. Wie hoch die Emissionsminderung tatsächlich ausfällt, hängt unter anderem von den eingesetzten Rohstoffen, dem Anlagenbetrieb und möglichen Methanverlusten ab.
Die meisten der fast 10.000 Biogasanlagen sind reine Stromerzeuger. Es gibt jedoch reichlich ungenutztes Potenzial, um mehr Biogas zum Beispiel fürs Heizen, sogenanntes Biomethan, zu produzieren. Durch die Vernetzung vieler kleiner benachbarter Anlagen können größere Mengen Biogas effizient zu Biomethan aufbereitet werden. So kann Biomethan helfen, den Anteil der erneuerbaren Energien zum Heizen weiter zu erhöhen.