Die installierte Leistung, also die maximale Leistung, die eine Anlage unter bestimmten Voraussetzungen erzeugen kann, steht nicht automatisch für eine hohe Stromerzeugung. Erneuerbare Energien sind dargebotsabhängig, ihre installierte Leistung kann nicht jeden Tag tatsächlich in Anspruch genommen werden. Während Wind- und Solarstrom im Jahresmittel 2025 zusammen rund 52 Prozent bereitstellen konnten, gibt es weiterhin Zeiträume mit deutlich geringerer Einspeisung. In der Kalenderwoche drei mussten beispielsweise rund 72 Prozent der Stromerzeugung durch regelbare Kapazitäten wie Kohle- und Gas-Kraftwerke gedeckt werden. Hingegen entfielen in der Kalenderwoche 38 rund 74 Prozent der Stromerzeugung auf nicht regelbare Erzeugung wie Wind- und Solarenergie. So lag deren Anteil an der installierten Erzeugungsleistung in 2025 bei etwa 60 Prozent, während deren Anteil an der realisierten Stromerzeugung nur bei etwa 47 Prozent lag.
Und der Anteil der Erneuerbaren am deutschen Bruttoendenergieverbrauch soll weiter steigen – von 23,8 Prozent in 2025 auf bis zu 41 Prozent in 2030, um die EU-Klimaziele zu erfüllen. 2025 wurde eine Energiemenge von 541 TWh aus Erneuerbaren bereitgestellt. Davon entfielen 54 Prozent auf die Stromproduktion, über 39 Prozent auf den erneuerbaren Wärmesektor und gut 7 Prozent auf biogene Kraftstoffe im Verkehrsbereich. Die Erneuerbaren stellten damit 55,1 Prozent am Bruttostromverbrauch 19 Prozent bei der Wärme und 8 Prozent im Verkehr.
Mit der größten energiepolitischen Gesetzesnovelle, dem EEG 2023, wurden neue, höhere Ausbauziele für Wind- und Solarenergie festgelegt und erneuerbaren Energien gesetzlicher Vorrang eingeräumt. Mindestens 80 Prozent des Stromverbrauchs soll bis 2030 aus erneuerbaren Energien stammen.
Nach Netzentwicklungsplan 2037 wird der Stromverbrauch auf bis zu 1.303 TWh im Jahr 2045 ansteigen. Um diesen zu decken, müsste die installierte Leistung der erneuerbaren Energien auf bis zu 703 GW ausgebaut werden. Das entspricht etwa einer Vervierfachung gegenüber der in 2025 installierten Leistung aus erneuerbaren Energien. Die installierte Leistung der Photovoltaik müsste auf 400 GW ansteigen – das setzt ein enormes Flächenpotenzial voraus.