Mobilität in Deutschland: Treibhausgasemissionen reduzieren 

Die Bedeutung von gasbasierten alternativen Kraftstoffen

Deutsch­land hat ehr­gei­zi­ge Zie­le: Bis 2045 soll das Land net­to-treib­haus­gas­neu­tral wer­den. Da­für müs­sen al­le Sek­to­ren – von der In­dus­trie über die Ener­gie­wirt­schaft bis zum Ver­kehr – ihre Treib­haus­gas­emis­si­o­nen deut­lich re­du­zie­ren. Von die­sem Ziel ist ins­be­son­de­re der Ver­kehrs­sek­tor noch weit ent­fernt. Die Not­wen­dig­keit, den Aus­stoß von CO2 schnellst­mög­lich zu re­du­zie­ren und da­mit die Treib­haus­gas­emis­si­o­nen un­se­re Mo­bi­li­tät zu sen­ken, ist längst ge­sell­schaft­li­cher und po­li­ti­scher Kon­sens.

Über den Weg da­hin herrscht je­doch Un­ei­nig­keit. Ne­ben der Elek­tro­mo­bi­li­tät kön­nen auch die al­ter­na­ti­ven Kraft­stof­fe Bio-CNG, Bio-LNG und Was­ser­stoff zur Emis­si­ons­min­de­rung ge­gen­über fos­si­len Kraft­stof­fen bei­tra­gen. Ihr Bei­trag hängt von den Roh­stof­fen, der Her­stel­lung und den Emis­si­o­nen bei Trans­port und Nut­zung ab. Be­son­ders im Fo­kus ste­hen da­bei Kom­mu­nen, der öf­fent­li­che Per­so­nen­nah­ver­kehr und der Stra­ßen­schwer­last­ver­kehr, in de­nen je nach Ein­satz­pro­fil un­ter­schied­li­che An­for­de­run­gen an Reich­wei­te, La­de­zei­ten und In­fra­struk­tur be­ste­hen.

Herausforderung Verkehrsemissionen

In den ver­gan­ge­nen Jah­ren hat Deutsch­land be­mer­kens­wer­te Fort­schrit­te bei der Um­stel­lung auf die er­neu­er­ba­re Ener­gien-Er­zeu­gung ge­macht. Der Ver­kehrs­sek­tor hinkt je­doch bei der Re­du­zie­rung der Treib­haus­gas­emis­si­o­nen hin­ter­her. Die­se sind in den letz­ten Jah­ren trotz Ef­fi­zienz­stei­ge­run­gen auf­grund des zu­neh­men­den Per­so­nen- und Gü­ter­ver­kehrs ge­stie­gen. Über 90 Pro­zent der Per­so­nen­kraft­wa­gen wer­den mit Ben­zin oder Die­sel be­trie­ben. Auch schwe­re Lkw, Bus­se, Zü­ge, Schif­fe und Flug­zeu­ge nut­zen über­wie­gend Ver­bren­nungs­mo­to­ren auf Ba­sis fos­si­ler Brenn­stof­fe. Dem­ent­spre­chend hat sich auch der An­teil des Ver­kehrs­sek­tors an den deut­schen THG-Emis­si­o­nen von 13 Pro­zent im Jahr 1990 auf 22,6 Pro­zent im Jahr 2025 er­höht. Die deut­sche Re­gie­rung hat die Dring­lich­keit er­kannt, den Über­gang zur emis­si­ons­frei­en Mo­bi­li­tät zu be­schleu­ni­gen.

Für ei­ne er­folg­rei­che Ver­kehrs­wen­de muss das ge­sam­te Sys­tem ef­fi­zient ge­stal­tet wer­den: zum ei­nen durch die Re­du­zie­rung von Ver­kehr, zum an­de­ren durch die Op­ti­mie­rung be­ste­hen­der Ver­kehrs­trä­ger so­wie den Wech­sel zu An­trie­ben und Kraft­stof­fen, die über ihren Le­bens­zyk­lus we­ni­ger Treib­haus­gas­emis­si­o­nen ver­ur­sa­chen als bis­her ein­ge­setz­te fos­si­le Lö­sun­gen. Die Um­stel­lung be­ste­hen­der fos­si­l be­trie­be­ner Flot­ten auf al­ter­na­ti­ve An­triebs­tech­no­lo­gien und Kraft­stof­fe ist je­doch eine gro­ße He­raus­for­de­rung.

Die Bun­des­re­gie­rung for­ciert für Deutsch­lands künf­tig nach­hal­ti­ge, CO2-freie Mo­bi­li­tät bat­te­rie­elek­tri­sche An­trie­be und will 15 Mil­li­o­nen Elek­tro­fahr­zeu­ge bis 2030 auf die Stra­ßen brin­gen. Zum Stich­tag 01.01.2026 wa­ren – trotz ho­her För­de­run­gen bis 2023 – ge­ra­de mal 13,3 % des Ziels er­reicht. Seit 2026 gibt es wie­der eine För­de­rung für Elek­tro­au­tos – die­se ent­hält eine so­zi­a­le Staf­fe­lung und rich­tet sich ge­zielt nach dem Haus­halts­ein­kom­men und der Fa­mi­lien­grö­ße aus. Das DAT-Ba­ro­me­ter zeigt, das Flot­ten­ma­nager der Fo­kus­sie­rung auf rei­ne Elek­tro­mo­bi­li­tät kri­tisch ge­gen­über­ste­hen. Ein Grund da­für: Die gro­ße Mehr­heit der Be­frag­ten sieht ih­re Flot­te nicht in der La­ge, al­le Stre­cken rein bat­te­rie­elek­trisch zu­rück­zu­le­gen, ins­be­son­de­re auf­grund der In­fra­struk­tur und der Reich­wei­te. Auch die Ter­min­fest­le­gung für den Aus­stieg aus Ver­bren­ner­mo­to­ren hal­ten vie­le für den fal­schen Weg. Den­noch steigt die grund­sätz­li­che Be­reit­schaft, rein elek­tri­sche Fahr­zeu­ge (BEV) als Neu­an­schaf­fung in Be­tracht zu zie­hen, wie­der an. Mehr als je­der drit­te Kauf­pla­ner zieht mitt­ler­wei­le ein E-Au­to in Er­wä­gung. Was vor al­lem an den steu­er­li­chen Er­leich­te­run­gen, die spe­zi­ell für Un­ter­neh­men gel­ten.

Emissionsentwicklung und Ziele des Klimaschutzgesetzes für den Verkehrsbereich

Werte in Mio. t CO2-Äquivalente

Quelle: Umweltbundesamt, Stand: 01/2026
Abbildung des Bundestages

EU-Emissionshandelssystem (EU ETS) – Was kommt ab 2028 auf uns zu?

Mit dem eu­ro­pä­i­schen Emis­si­ons­han­del (ETS II) wird der CO2-Aus­stoß im Ge­bäu­de- und Starßenver­kehrs­sek­tor so­wie in wei­te­ren Be­rei­chen ab 2028 EU-weit be­preist. In Deutsch­land be­steht mit dem Brenn­stoff­emis­si­ons­han­dels­ge­setz (BEHG) be­reits ein na­ti­o­na­les CO2-Be­prei­sungs­sys­tem. Den­noch gilt: Das neue Sys­tem muss sich erst be­wäh­ren – ver­läss­li­che Prog­no­sen zum künf­ti­gen CO2-Preis sind der­zeit noch schwie­rig. Der Preis wird sich am Markt durch An­ge­bot und Nach­fra­ge bil­den. Für Ver­brau­cher und Ver­brau­che­rin­nen be­deu­tet das: Wie sich die CO2-Be­prei­sung auf die Kos­ten aus­wirkt, hängt ins­be­son­de­re vom ein­ge­setz­ten Brenn­stoff, dem Ver­brauch und dem je­wei­li­gen CO2-Preis ab. Un­ser CO2-Preis-Rech­ner bie­tet eine Orien­tie­rung auf Grund­la­ge der hin­ter­leg­ten An­nah­men.

Die Mobilität der Zukunft braucht Flexibilität

Das we­sent­li­che Ziel für die Mo­bi­li­tät der Zu­kunft ist, dass kei­ne fos­si­len Kraft­stof­fe zu­künf­tig ver­wen­det wer­den. Elek­tro­fahr­zeu­ge wer­den oh­ne Fra­ge ein wich­ti­ger Be­stand­teil un­se­rer Mo­bi­li­tät wer­den, ge­ra­de auf kur­zen Stre­cken im ur­ba­nen Raum kön­nen sie ih­re Vor­tei­le aus­spielen. In der Lo­gis­tik, in der Per­so­nen­be­för­de­rung, in der kom­mu­na­len Mo­bi­li­tät wer­den je­doch wei­ter­hin Fahr­zeu­ge mit ei­ner ho­hen Reich­wei­te so­wie ei­ner kur­zen Stand­zeit be­nö­tigt.

Al­ter­na­ti­ve Kraft­stof­fe wie Bio-CNG und Bio-LNG so­wie syn­the­ti­sche Kraft­stof­fe kön­nen die Elek­tri­fi­zie­rung er­gän­zen. Wel­che Op­ti­o­nen für den Schwer­last-, Flug- und Schiffs­ver­kehr ge­eig­net sind, hängt un­ter an­de­rem von Reich­wei­te, Ener­gie­be­darf und ver­füg­ba­rer In­fra­struk­tur ab. Im Stra­ßen­gü­ter­ver­kehr, ge­ra­de auf lan­gen Stre­cken mit schwe­rem Nutz­fahr­zeug, kön­nen Bio-CNG und Bio-LNG in ent­spre­chend aus­ge­rüs­te­ten Fahr­zeu­gen als Al­ter­na­ti­ve zu Die­sel ein­ge­setzt wer­den. Gas­ba­sier­te Bio­kraft­stof­fe kön­nen zu­dem für be­ste­hen­de gas­be­trie­be­ne Fahr­zeug­flot­ten, wie zum Bei­spiel in Kom­mu­nen, eine Op­ti­on zur Ab­lö­sung fos­si­len Erd­ga­ses sein. Die re­gi­o­nal her­ge­stell­ten Bio­kraft­stof­fe sind zu­dem un­ab­hän­gig von geo­po­li­ti­schen Span­nun­gen und sind so­mit deut­lich preis­sta­bi­ler als Die­sel oder Ben­zin.

Die Ver­kehrs­po­li­tik soll­te un­ter­schied­li­che Tech­no­lo­gien be­rück­sich­ti­gen, um die Kli­ma­schutz­zie­le zu er­rei­chen. Gas­ba­sier­te al­ter­na­ti­ve Kraft­stof­fe – bio­gen und syn­the­tisch – kön­nen zur De­fos­si­li­sie­rung des Ver­kehrs­sek­tors bei­tra­gen. Ne­ben der Elek­tro­mo­bi­li­tät kom­men je nach Ein­satz­be­reich auch Lö­sun­gen wie Bio-LNG oder E-Fuels in­fra­ge. Ihr Bei­trag zur Treib­haus­gas­min­de­rung hängt ins­be­son­de­re von den ein­ge­setz­ten Roh­stof­fen und Ener­gie­quel­len so­wie den Emis­si­o­nen bei Her­stel­lung, Trans­port und Nut­zung ab. Eine ganz­heit­li­che Be­trach­tung des ge­sam­ten Le­bens­zyk­lus von Fahr­zeu­gen und der Wert­schöp­fungs­ket­te ist es­sen­zi­ell, um Lö­sun­gen hin­sicht­lich ih­rer Treib­haus­gas­emis­si­o­nen, ih­res Ener­gie­be­darfs und ih­rer Kos­ten zu be­wer­ten.

Der Ver­kehrs­sek­tor braucht Lö­sun­gen, die sich zü­gig um­set­zen las­sen, Treib­haus­gas­emis­si­o­nen sen­ken und wirt­schaft­lich trag­fä­hig sind. Da­bei sind auch die vor­han­de­ne In­fra­struk­tur und die je­wei­li­gen Ein­satz­an­for­de­run­gen zu be­rück­sich­ti­gen. Eine viel­fäl­ti­ge He­ran­ge­hens­wei­se, die so­wohl Elek­tro­nen als auch Mo­le­kü­le ein­be­zieht, kann Deutsch­land da­bei hel­fen, den Ein­satz fos­si­ler Kraft­stof­fe und die Treib­haus­gas­emis­si­o­nen im Ver­kehr zu ver­rin­gern.

Ein LNG-Antrieb für schweres Nutzfahrzeugs reduziert Emissionen

Bio-LNG als Kraftstoffalternative

Bis 2040 sol­len die Emis­si­o­nen schwe­rer Nutz­fahr­zeu­ge um 90 Pro­zent sin­ken. Ver­flüs­sig­tes Bio­methan, so­ge­nann­tes Bio-LNG, bie­tet ei­ne Pers­pek­ti­ve für die Ver­rin­ge­rung der Treib­haus­gas­emis­si­o­nen im Ver­kehr. Der Vor­teil des bio­ge­nen Kraft­stoffs liegt in sei­ner Ener­gie­dich­te, die ei­ne ho­he Reich­wei­te er­mög­licht. So­mit eig­net sich Bio-LNG ins­be­son­de­re für den Ein­satz im Schwer­last- so­wie Schiffs­ver­kehr und ist eine so­fort ver­füg­bare Al­ter­na­ti­ve zu Die­sel. Nach An­ga­ben von Lkw-Her­stel­lern, emit­tie­ren LNG-Lkw schon heu­te bis zu 20 Pro­zent we­ni­ger CO2 als Lkw mit Die­sel­kraft­stoff. Fah­ren mit Bio-LNG, al­so ver­flüs­sig­tem Bio­methan, lässt die Treib­haus­gas­emis­si­o­nen wei­ter sin­ken. Bio-LNG wur­de in den künf­ti­gen Re­gu­lie­rungs­rah­men für CO2-Flot­ten­grenz­wer­te auf­ge­nom­men.

Kommunale Nutzfahrzeuge mit Bio-CNG-Antrieb reduzieren CO2- und Lärmemissionen

Bio-CNG: Biomethan als Kraftstoff

Bio-CNG, also kom­pri­mier­tes Bio­methan, ist ein heu­te schon ver­füg­ba­rer Bio­kraft­stoff, der auch re­gi­o­nal aus Bio­ab­fäl­len, Gül­le und pflanz­li­chen Rest­stof­fen her­ge­stellt wer­den kann. Er er­setzt fos­si­les Erd­gas und kann die Treib­haus­gas­emis­si­o­nen im Ver­kehr deut­lich sen­ken. Bei sei­ner Ver­bren­nung wird CO2 frei­ge­setzt, das zu­vor beim Pflan­zen­wachs­tum aus der At­mo­sphä­re auf­ge­nom­men wur­de. Wie groß die Ein­spa­rung ins­ge­samt ist, hängt von der Her­stel­lung und mög­li­chen Methan­ver­lus­ten ab. Ins­be­son­de­re für Kom­mu­nen und den öf­fent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehr mit be­ste­hen­den CNG-Fahr­zeu­gen bie­tet sich da­mit eine Mög­lich­keit, fos­si­len Kraft­stoff zu er­set­zen. Vor­han­de­ne CNG-Tank­stel­len kön­nen wei­ter ge­nutzt wer­den, was die Um­stel­lung er­leich­tert.

H2-Antrieb für Stadtbusse reduziert Emissionen

Wasserstoff als Baustein zur Treibhausgasminderung im Verkehr

Was­ser­stoff als Kraft­stoff für Brenn­stoff­zel­len- und Ver­bren­ner-Fahr­zeu­ge hat das Po­ten­zi­al, die Treib­haus­gas­emis­si­o­nen ge­gen­über fos­si­len Kraft­stof­fen zu sen­ken – ins­be­son­de­re, wenn er mit er­neu­er­ba­rem Strom her­ge­stellt wird. Was­ser­stoff kann mit­hil­fe von er­neu­er­ba­ren Ener­gien pro­du­ziert wer­den und er­zeugt bei der Nut­zung in Brenn­stoff­zel­len Was­ser als Reak­ti­ons­pro­dukt, oh­ne da­bei CO2 frei­zu­set­zen. Was­ser­stoff kann auch im Bus- und Zug­ver­kehr fos­si­le Kraft­stof­fe er­set­zen. Für den öf­fent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehr in Kom­mu­nen kann Was­ser­stoff je nach Ein­satz­pro­fil eine Er­gän­zung zu bat­te­rie­elek­tri­schen An­trie­ben bie­ten und zur Er­rei­chung der Kli­ma­schutz­zie­le bei­tra­gen. Wie groß der Kli­ma­nut­zen ist, hängt vor al­lem von sei­ner Her­stel­lung und Be­reit­stel­lung ab.

Was sind alternative Kraftstoffe und Biokraftstoffe?

Kraft­stof­fe für Ben­zin- und Die­sel­au­tos wer­den aus Erd­öl ge­won­nen. Al­ter­na­ti­ve Kraft­stof­fe stam­men – mit Aus­nah­me von Au­to­gas – nicht aus der Mi­ne­ral­öl­ver­ar­bei­tung. Sie ver­rin­gern so­mit die Ab­hän­gig­keit vom Erd­öl. Bio­ge­ne Kraft­stoff­al­ter­na­ti­ven wer­den aus bei­spiels­wei­se bio­ge­nen Ab­fäl­len oder Gül­le ge­won­nen, syn­the­ti­sche Kraft­stof­fe wie E-Fuels wer­den che­misch her­ge­stellt. Zu den flüs­si­gen Bio­kraft­stof­fen zäh­len Raps­öl, Bio-Ethanol, Bio-Die­sel und BtL-Syn­the­se­kraft­stof­fe.

  • Das aus z. B. Zu­cker­rü­ben ge­won­ne­ne Bio-Ethanol wird be­reits dem Ot­to­kraft­stoff Ben­zin bei­ge­mischt. Durch den ge­rin­ge­ren Ener­gie­ge­halt muss al­ler­dings öf­ter ge­tankt wer­den. Nicht je­des Fahr­zeug kann E10 un­ein­ge­schränkt tan­ken.
  • Der aus ge­press­ten Raps her­ge­stell­te und in ei­nem che­mi­schen Pro­zess ver­es­ter­te Bio-Die­sel wird seit Ein­füh­rung der Bio­kraft­stoff­quo­te dem her­kömm­li­chen Die­sel bei­ge­mischt, aber kaum noch als Rein­kraft­stoff ver­wen­det.
  • Um mit Raps- oder Son­nen­blu­men­öl fah­ren zu kön­nen, muss der Mo­tor ei­nes mo­der­ne­ren Die­sel-Fahr­zeugs auf­wän­dig um­ge­baut wer­den. An ei­ni­gen we­ni­gen Zapf­säu­len in Deutsch­land wird Pflan­zen­öl zum Tan­ken an­ge­bo­ten.
  • Aus Stroh oder Holz wird der BtL-Kraft­stoff (Biomass to Liquid) ge­won­nen, der auch in Die­sel­mo­to­ren an­ge­wen­det wer­den kann. Die Kos­ten zur Her­stel­lung sind al­ler­dings so hoch, dass der Kraft­stoff un­wirt­schaft­lich ist.

Bio-CNG und Bio-LNG sind eben­falls Bio­kraft­stof­fe, die aus bio­ge­nen Ab­fall­stof­fen her­ge­stellt wer­den. Bei­de kön­nen als di­rek­ter Er­satz für her­kömm­li­ches CNG oder LNG in Fahr­zeu­gen die­nen.

Bio-CNG (kom­pri­mier­tes Bio­methan) wird durch die Auf­be­rei­tung von Bio­gas her­ge­stellt, das aus or­ga­ni­schen Ab­fall­quel­len wie Müll­de­po­nien, Vieh­dung und Klär­an­la­gen stammt. Das Bio­gas wird so ge­rei­nigt, dass es die Qua­li­tät von Erd­gas er­reicht. Bei Bio-LNG (ver­flüs­sig­tes Bio­methan) wird das ge­rei­nig­te Bio­ga­s auf –162 °C he­run­ter­ge­kühlt, um es in ei­nen flüs­si­gen Zu­stand zu brin­gen.

LNG als Kraftstoff für Kreuzfahrtschiffe

LNG auch in der Schifffahrt

Stren­ge Um­welt­auf­la­gen brau­chen schnel­le Lö­sun­gen: Mit LNG las­sen sich ge­gen­über Schwer­öl und Schiffs­die­sel ins­be­son­de­re Schwe­fel­oxid- und Ruß­emis­si­o­nen re­du­zie­ren. Ein Kli­ma­vor­teil hängt un­ter an­de­rem von den Methan­ver­lus­ten ab. Der Schiffs­kraft­stoff ist be­reits in der Bin­nen­schiff­fahrt wie auch in der Kreuz­schiff­fahrt im Ein­satz.

Alternative Kraftstoffe im Nahverkehr: Bio-CNG und H2 in der Praxis

In deut­schen Städ­ten wird gas­ba­sier­te Mo­bi­li­tät be­reits ein­ge­setzt. Bio-CNG und mit er­neu­er­ba­rem Strom er­zeug­ter Was­ser­stoff kön­nen fos­si­le Kraft­stof­fe er­set­zen und die Treib­haus­gas­emis­si­o­nen im Ver­kehr sen­ken.

Ein Bei­spiel ist die Re­gi­o­nal­ver­kehr Köln GmbH (RVK), die im Kreis Eus­kir­chen Bus­se mit Bio-CNG be­treibt. Das Un­ter­neh­men nutzt da­für Bio­methan aus bio­lo­gi­schen Rest­stof­fen und die Nä­he zu ei­ner re­gi­o­na­len Bio­gas­an­la­ge. Der Kraft­stoff er­setzt fos­si­les Erd­gas. Bei sei­ner Ver­bren­nung wird Koh­len­stoff frei­ge­setzt, der zu­vor durch Pflan­zen aus der At­mo­sphä­re auf­ge­nom­men wur­de. Wie groß die Treib­haus­gas­ein­spa­rung ins­ge­samt aus­fällt, hängt auch von der Her­stel­lung und mög­li­chen Methan­ver­lus­ten ab. Ne­ben Bio-CNG setzt die RVK auf Was­ser­stoff- und Bat­te­rie­bus­se und kom­bi­niert die An­trie­be ent­spre­chend den be­trieb­li­chen An­for­de­run­gen.

Aschaf­fen­burg setzt eben­falls auf Was­ser­stoff­tech­no­lo­gie: Die Stadt­wer­ke er­öff­ne­ten im Mai 2024 eine Was­ser­stoff­tank­stel­le und er­gänz­ten ih­re Flot­te um zwölf Was­ser­stoff­bus­se. Zu­sam­men mit drei Bat­te­rie­bus­sen mach­ten die­se da­mals rund ein Vier­tel der Stadt­bus­flot­te aus. Die Fahr­zeu­ge ver­ur­sa­chen im elek­tri­schen Fahr­be­trieb kei­ne Ab­gas­emis­si­o­nen. Für den Kli­ma­nut­zen sind auch die Her­stel­lung und Be­reit­stel­lung von Was­ser­stoff und Strom ent­schei­dend. Im Rah­men ih­rer Was­ser­stoff­stra­te­gie ha­ben die Stadt­wer­ke zu­dem ein was­ser­stoff­be­trie­be­nes Müll­fahr­zeug an­ge­schafft, das seit No­vem­ber 2023 in der Stadt un­ter­wegs ist.

Praxisbeispiele

Die Zukunft des Verkehrs

Die gas­ba­sier­te Mo­bi­li­tät ist ein viel­ver­spre­chen­der An­satz zur Ver­rin­ge­rung der Treib­haus­gas­emis­si­o­nen in Deutsch­land. Fahr­zeu­ge mit Was­ser­stoff-An­trieb so­wie Bio­kraft­stof­fe wie Bio-CNG und Bio-LNG kön­nen fos­si­le Kraft­stof­fe er­set­zen und zum Kli­ma­schutz bei­tra­gen. Wie groß die­ser Bei­trag ist, hängt von den Roh­stof­fen, der Her­stel­lung und den Emis­si­o­nen bei Trans­port und Nut­zung ab.

Die Un­ter­stüt­zung durch die Bun­des­re­gie­rung wird ent­schei­dend sein, um die Eta­blie­rung von Was­ser­stoff- und Bio­kraft­stoff­fahr­zeu­gen wei­ter vo­ran­zu­trei­ben. Fi­nan­zi­el­le An­rei­ze, In­ves­ti­ti­o­nen in die In­fra­struk­tur und eine un­ter­stüt­zen­de Po­li­tik kön­nen den Über­gang weg von fos­si­lem Ben­zin und Die­sel hin zu ei­ner Mo­bi­li­tät mit ge­rin­ge­ren Treib­haus­gas­emis­si­o­nen be­schleu­ni­gen. Mit die­sen Tech­no­lo­gien, kon­ti­nu­ier­li­cher In­no­va­tion und po­li­ti­schem Wil­len kann Deutsch­land sei­nen Kli­ma­schutz­zie­len im Ver­kehr nä­her­kom­men.

Alternative Kraftstoffe im Vergleich

Um die Kli­ma­zie­le im Ver­kehr zu er­rei­chen, muss der Ein­satz fos­si­ler Kraft­stof­fe wie Ben­zin oder Die­sel sin­ken. Al­ter­na­ti­ven da­zu gibt es vie­le: von Bio­die­sel und Pflan­zen­öl bis hin zu Strom für elek­tri­sche An­trie­be. Doch wel­che Op­ti­o­nen kön­nen die Treib­haus­gas­emis­si­o­nen un­se­rer Mo­bi­li­tät sen­ken, und wel­che Kos­ten ent­ste­hen da­bei?

Wir ver­glei­chen die al­ter­na­ti­ven Kraft­stof­fe und An­trie­be mit­ei­nan­der, zei­gen Ih­nen ih­re Vor­tei­le und Gren­zen auf und ge­ben Ih­nen ei­nen Ein­blick in das Tan­ken und La­den der Zu­kunft.

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