Gebäude-Modernisierungs-Gesetz (GModG): Neue Perspektiven für klimaneutrale Wärme

Neue Leitplanken für die Wärmewende im Gebäudebereich 

Das neue Ge­bäu­de­mo­der­ni­sie­rungs­ge­setz wur­de am 10. Ju­li 2026 vom Deut­schen Bun­des­tag be­schlos­sen und tritt schritt­wei­se in den nächs­ten Wo­chen in Kraft.

Da­mit setzt die Bun­des­re­gie­rung wich­ti­ge Sig­na­le

Mehr Tech­no­lo­gie­of­fen­heit, we­ni­ger Bü­ro­kra­tie und ein stär­ke­rer Fo­kus auf tat­säch­li­che CO₂-Min­de­rung statt auf ein­zel­ne Tech­no­lo­gien.

Im Mit­tel­punkt der Re­form steht ein Pers­pek­tiv­wech­sel: Nicht mehr al­lein die Hei­zungs­an­la­ge im Kel­ler steht im Fo­kus, son­dern die De­kar­bo­ni­sie­rung des ge­sam­ten Ener­gie­sys­tems. Ne­ben elek­tri­schen Lö­sun­gen blei­ben da­her auch gas­ba­sier­te Heiz­sys­te­me Teil eines tech­no­lo­gie­of­fe­nen An­sat­zes – kom­bi­niert mit ei­nem wach­sen­den An­teil neuer Ga­se – Bio­methan, syn­the­ti­schem Methan und Was­ser­stoff – im Netz.

Ein zen­tra­ler Bau­stein der ge­plan­ten Re­form ist die Ein­füh­rung einer Grün­gas­quo­te, die ab 2028 den schritt­wei­sen Ein­satz von Bio­methan, syn­the­ti­schem Methan und Was­ser­stoff im Gas­netz si­cher­stel­len soll. Die Ein­zel­hei­ten der Quo­te will die Bun­des­re­gie­rung bis zum 1. De­zem­ber 2026 in ei­nem ge­son­der­ten Ge­setz fest­le­gen.

Das neue Ge­bäu­de­mo­der­ni­sie­rungs­ge­setz rea­gie­rt auf Er­fah­run­gen mit dem bis­he­ri­gen Ge­bäu­de­ener­gie­ge­setz (GEG). Vie­le Ei­gen­tü­me­rin­nen und Ei­gen­tü­mer emp­fan­den die bis­he­ri­gen Re­ge­lun­gen als kom­pli­ziert und we­nig plan­bar.

Was ändert sich mit dem GModG? 

Das GModG bringt meh­re­re grund­le­gen­de Än­derungen:

  • Mehr Wahl­frei­heit für Ei­gen­tü­mer:innen
    Haus­be­sit­ze­rin­nen und Haus­be­sit­zer sol­len wie­der stär­ker selbst ent­schei­den kön­nen, wie sie ihre Ge­bäu­de mo­der­ni­sie­ren. Ent­schei­dend soll künf­tig sein, dass Emis­si­o­nen sin­ken – nicht wel­che Tech­no­lo­gie ein­ge­setzt wird.
     
  • Tech­no­lo­gie­of­fe­ner An­satz bei Hei­zun­gen
    Gas­ba­sier­te Heiz­sys­te­me wer­den wie­der aus­drück­lich als Teil eines tech­no­lo­gie­of­fe­nen Ins­tru­men­ten­mi­xes be­trach­tet. Gleich­zei­tig bleibt die Wär­me­pum­pe ins­be­son­de­re im Neu­bau eine zen­tra­le und ef­fi­zien­te Lö­sung.
     
  • Hy­brid­lö­sun­gen wer­den ein­fa­cher
    Be­ste­hen­de Heiz­sys­te­me kön­nen künf­tig leich­ter mit zu­sätz­li­chen Tech­no­lo­gien kom­bi­niert wer­den – et­wa durch die Er­gän­zung ei­nes Gas­heiz­kes­sels mit einer Wär­me­pum­pe.
     
  • We­ni­ger Bü­ro­kra­tie und ge­rin­ge­re Ab­hän­gig­keit von kom­mu­na­len Wär­me­plä­nen
    Die bis­he­ri­ge en­ge Ver­knüp­fung zwi­schen Hei­zungs­ent­schei­dun­gen und kom­mu­na­ler Wär­me­pla­nung soll auf­ge­löst wer­den. Da­durch sol­len Un­si­cher­hei­ten re­du­ziert und Mo­der­ni­sie­run­gen er­leich­tert wer­den.

    Ziel ist es, die Mo­der­ni­sie­rungs­ra­te im Ge­bäu­de­be­stand wie­der zu er­hö­hen und gleich­zei­tig Kli­ma­schutz, Be­zahl­bar­keit und Ver­sor­gungs­si­cher­heit zu­sam­men­zu­brin­gen.

Grüngasquote – Dekarbonisierung des Gasnetzes statt Vorschriften im Heizungskeller 

Zen­tra­les Ele­ment der Re­form ist die Ein­füh­rung einer Grün­gas­quo­te. Statt ein­zel­ne Heiz­tech­no­lo­gien vor­zu­schrei­ben, ver­pflich­tet die­ses Ins­tru­ment Ener­gie­ver­sor­ger da­zu, schritt­wei­se mehr neue Ga­se in das Gas­netz ein­zu­spei­sen. Da­zu zäh­len un­ter an­de­rem:

  • Bio­methan aus nach­hal­ti­ger Bio­gas­pro­duk­tion
  • syn­the­ti­sches Methan aus er­neu­er­ba­rem Strom und CO2
  • Was­ser­stoff

Da­mit wird die Trans­for­ma­tion des Ener­gie­sys­tems stär­ker auf der An­ge­bots­sei­te or­ga­ni­siert. Ähn­li­che Ins­tru­men­te exis­tie­ren be­reits im Strom­sek­tor oder bei er­neu­er­ba­ren Kraft­stof­fen. Er­gän­zend sieht das GModG eine so­ge­nann­te Bio­trep­pe vor: Neu ein­ge­bau­te Gas- und Öl­hei­zun­gen müs­sen ab 2029 mit schritt­wei­se stei­gen­den An­tei­len kli­ma­neutraler Brenn­stof­fe be­trie­ben wer­den. Ab 2045 müs­sen Brenn­stof­fe für Hei­zun­gen voll­stän­dig kli­ma­neu­tral sein.

Für Ver­brau­che­rin­nen und Ver­brau­cher be­deu­tet das: Be­ste­hen­de Gas­hei­zun­gen kön­nen wei­ter be­trie­ben wer­den, wäh­rend der An­teil kli­ma­neutraler Ga­se im Netz schritt­wei­se steigt. Tech­ni­sche Än­de­run­gen an der Hei­zungs­an­la­ge sind da­für nicht er­for­der­lich.

Breite Unterstützung in der Bevölkerung

Die Idee einer Grün­gas­quo­te trifft auch in der Be­völ­ke­rung auf Zu­stim­mung. Eine re­prä­sen­ta­ti­ve Um­fra­ge zeigt, dass rund zwei Drit­tel der Haus­be­sit­ze­rin­nen und Haus­be­sit­zer eine ver­pflich­ten­de Ver­sor­gung mit er­neu­er­ba­ren Ga­sen durch Ener­gie­ver­sor­ger be­für­wor­ten.

Vie­le Ei­gen­tü­mer:innen wün­schen sich da­mit einen An­satz, der Kli­ma­schutz er­mög­licht, oh­ne ein­zel­ne Tech­no­lo­gien vor­zu­schrei­ben.

Ausreichende Potenziale für klimaneutrale Gase 

Ein wich­ti­ger Punkt in der Dis­kus­sion um die Grün­gas­quo­te ist die Fra­ge nach der Ver­füg­bar­keit klimaneutraler Ga­se. Deutsch­land pro­du­ziert be­reits seit rund 25 Jah­ren Bio­gas. Ak­tuell wer­den et­wa 100 TWh Bio­gas er­zeugt, ein Teil da­von wird als Bio­methan ins Gas­netz ein­ge­speist.

Zu­dem be­ste­hen zu­sätz­li­che Aus­bau­po­ten­zia­le:

  • ef­fi­zien­te­re Nut­zung be­ste­hen­der Bio­gas­an­la­gen
  • bio­lo­gi­sche Metha­ni­sie­rung in Kom­bi­na­tion mit Was­ser­stoff
  • Im­port­mög­lich­kei­ten aus Län­dern mit gro­ßen Bio­mas­se­po­ten­zia­len

Pa­ral­lel sinkt der Gas­ver­brauch im Ge­bäu­de­sek­tor durch ef­fi­zien­te­re Heiz­sys­te­me und ener­ge­ti­sche Sa­nie­run­gen. Da­durch wird es leich­ter, stei­gen­de An­tei­le klimaneutraler Ga­se be­reit­zu­stel­len.

Klimaschutz mit bezahlbaren Lösungen

Wie bei grü­nem Strom oder Fern­wär­me gilt auch bei klimaneutralen Ga­sen: Kli­ma­schutz ist nicht kos­ten­los. Gleich­zei­tig zeigt der Markt be­reits heu­te, dass ent­spre­chen­de An­ge­bo­te ver­füg­bar sind.

Ta­ri­fe mit rund zehn Pro­zent Bio­methan-An­teil lie­gen der­zeit et­wa zehn Pro­zent über kon­ven­ti­o­nel­len Gas-Prei­sen. Gleich­zei­tig ent­fällt für den er­neu­er­ba­ren An­teil der CO2-Preis.

Mit wach­sen­dem An­ge­bot und zu­neh­men­dem Wett­be­werb kön­nen die Kos­ten lang­fris­tig sta­bi­li­siert oder so­gar ge­senkt wer­den.

Heizungsvergleich lohnt sich

Ein Vergleich der Heizsysteme lohnt sich

Wer sich für ein neu­es Heiz-Sys­tem ent­schei­det, soll­te sich im Vor­feld gut über die Vor- und Nach­tei­le in­for­mie­ren. Wir ge­ben Ihnen ei­nen Über­blick über die ver­füg­ba­ren Hei­zungs­an­la­gen.

Biomethan Taskforce Logo

Die Bio­methan Taskforce bün­delt Ex­per­ti­se, Markt­kennt­nis und po­li­ti­sche Er­fah­rung, um Bio­methan im po­li­ti­schen Ber­lin eine star­ke Stim­me zu ge­ben. Der An­spruch der Initiative ist es, Bio­methan als ver­füg­ba­re und ska­lier­ba­re De­kar­bo­ni­sie­rungs­lö­sung in die ener­gie­po­li­ti­sche De­bat­te ein­zu­brin­gen.

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