Prozesswärme ist Wärmeenergie für technische Prozesse und die Beheizung von Nichtwohngebäuden, für die ein hoher Wärmebedarf oder viel Dampf benötigt wird, in der Industrie, im Gewerbe und im Dienstleistungssektor: beispielsweise zum Aushärten und Trocknen, beim Sterilisieren, Spülen und Waschen oder beim Verflüssigen und Verteilen.
Gas ist die wichtigste Energie für die Bereitstellung der Prozesswärme. Produktionsprozesse wie Schmelzen, Verformen und Einbrennen können oft erst durch den Einsatz von Erdgas ermöglicht werden, da Gas bei der Verbrennung die benötigten Temperaturen für die Thermoprozesstechnik erreicht. Temperaturen von bis zu 1.500 °C können mit Gas auf den Punkt genau reguliert und exakt auf dem Niveau gehalten werden, dass z. B. die Industrie für ihre Prozesse braucht. Zudem ist die Energie dank der gut ausgebauten Gas-Infrastruktur leicht zugänglich und in großen Mengen verfügbar.
Prozessenergie kann mit Gas und Gas-Technologien bedarfsgerecht bereitgestellt werden. Bei der direkten Verbrennung entstehen je Kilowattstunde eingesetzter Brennstoffenergie – bezogen auf den unteren Heizwert – rund 201 g CO2 bei Erdgas, 266 g bei leichtem Heizöl, 337 g bei Steinkohle und 382 g bei Rohbraunkohle. Von den hier verglichenen fossilen Energieträgern verursacht Erdgas damit die geringsten direkten CO2-Emissionen. Auch die Schwefeloxid-Emissionsfaktoren der industriellen Verbrennung liegen bei Erdgas deutlich unter denen flüssiger und fester Brennstoffe. Die Nutzung erneuerbarer Energien, wie sie vom Gesetzgeber in Zukunft in zunehmendem Maße eingefordert wird, lässt sich in der Regel durch Biogas einfach realisieren.