Aufgrund der hohen Shale-Gas-Vorkommen, haben sich die USA zum wichtigsten Gasexporteur für Europa (46 Prozent der europäischen LNG-Einfuhren kamen 2024 aus den USA, jeweils 11 Prozent aus Katar und Algerien) und insbesondere Deutschland entwickelt. Im 1. Halbjahr 2025 importierte die EU per Schiff fast so viel Gas wie über Pipelines. Die größten LNG-Importeure in Europa sind Frankreich, Niederlande, Spanien, Italien, Türkei und UK. 2024 lagen in der EU die LNG-Importe bei rund 135 Milliarden Kubikmeter (2021: 105 Milliarden Kubikmeter, 2022: 167 Milliarden m3, 2023: 167 Milliarden m3). Seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine ist die weltweite Nachfrage nach LNG als Alternative zu pipelinegebundenen Erdgas-Importen massiv gestiegen. Aufgrund seiner Umweltvorteile, insbesondere im Vergleich zu Erdöl, herrscht parallel ein Interesse an der Nutzung als Endprodukt – als sogenannte Small-Scale-Technologie – im Verkehrsbereich. Für diesen sind insbesondere die Seeschifffahrt und der Straßengüterverkehr über lange Strecken per Lkw relevant.
Infrastrukturseitig ist Europas Geografie ideal für den Import von flüssigem Erdgas über die Seehäfen. Anfang 2026 gibt es in Europa 49 LNG-Terminal-Standorte und somit eine europaweite Regasifizierungskapazität von rund 244 mt/a. Die Jahresauslastung der LNG-Terminals lag im Q4 2025 höher als im entsprechenden Vorjahresquartal. Die durchschnittliche Auslastung der nordeuropäischen LNG-Terminals lag bei 53,7 %, die der südeuropäischen bei 43,5 % – in Deutschland lag sie bei etwa 63 %.
Das Kriterium der Wirtschaftlichkeit steht nicht immer an erster Stelle, sondern auch die Diversifizierung des Bezugsspektrums. Vor allem dienen die Terminals einer sicheren Gas-Versorgung bzw. zum Ausgleich saisonaler Spitzen. Parallel dazu werden die Verflüssigungskapazitäten weiter ausgebaut. Aus Sicht der Gas-Wirtschaft gilt es, das Überangebot zu nutzen, indem neue Märkte für Erdgas und LNG erschlossen werden.