Zehn Gigawatt an Elektrolyseleistung für grünen Wasserstoff bis 2030
Bis 2030 soll die Wasserstoffproduktion in Deutschland 10 Gigawatt installierte Leistung erreichen. Die Produktionskapazitäten entwickeln sich kontinuierlich. Allerdings ist ein deutlich stärkerer Ausbau notwendig, um das Ziel zu erreichen.
Im Jahr 2022 betrug die deutsche installierte Produktionsleistung für Wasserstoff 0,07 Gigawatt und stieg bis 2025 auf 0,18 Gigawatt. Während sich der Markt in 2024 noch dynamisch entwickelte und mit angekündigten Vorhaben für eine Erzeugungsleistung von insgesamt 11,3 GW das Zehn GW-Ziel an geplanten Projekten erstmals übertroffen hatte, belaufen sich die in 2025 konkret geplanten Elektrolysekapazitäten auf rund 7,2 Gigawatt. Zahlreiche Vorhaben wurden verschoben oder aufgegeben. Die Gründe sind klar: Zentrale Hemmnisse wie hohe Strompreise sowie fehlende Mechanismen zur Senkung der Produktionskosten für grünen Wasserstoff bleiben. Trotz Förderprogrammen fehlt häufig ein tragfähiges Geschäftsmodell. Hohe Investitionskosten treffen auf eine geringe Zahlungsbereitschaft, da fossile Alternativen vielfach günstiger sind. Hinzu kommen regulatorische Unsicherheiten, etwa bei Netzentgelten, Förderbedingungen und der langfristigen Ausgestaltung des Marktrahmens.
Ohne verlässliche Rahmenbedingungen wird der Hochlauf nicht gelingen. Der Markt steht weiterhin vor einem Henne-Ei-Problem: Angebot, Nachfrage und Infrastruktur müssen parallel entstehen. Dafür braucht es politische Unterstützung – etwa über langfristige Abnahmeinstrumente, wettbewerbsfähige Strompreise und bessere Koordinierung.
Der Monitoringbericht der Bundesnetzagentur zeigt zudem: Engpassmanagement und Verlustenergie im Stromsystem nehmen zu. Damit wächst der Bedarf an flexiblen, netzdienlichen Verbrauchern, die Überschüsse aufnehmen und Engpässe entlasten. Elektrolyseure können hier einen Beitrag leisten – vorausgesetzt, sie werden marktlich und regulatorisch so eingebunden, dass ihr flexibler Betrieb wirtschaftlich möglich ist.