Hohe Kosten und unklare Regulierung bremsen den Wasserstoff-Ausbau
Der Wasserstoffhochlauf in Deutschland ist im Jahr 2025 spürbar ins Stocken geraten. Während im Vorjahr noch Elektrolyseprojekte mit einer geplanten Leistung von rund 11,3 Gigawatt bis 2030 angekündigt waren, ist diese Zahl deutlich gesunken. Aktuell belaufen sich die konkret geplanten Elektrolysekapazitäten auf rund 7,2 Gigawatt. Zahlreiche Vorhaben wurden verschoben oder aufgegeben. Damit rückt das Ausbauziel weiter in die Ferne.
Die Gründe sind klar: Zentrale Hemmnisse bleiben hohe Strompreise sowie fehlende Mechanismen zur Senkung der Produktionskosten für grünen Wasserstoff. Trotz Förderprogrammen fehlt häufig ein tragfähiges Geschäftsmodell. Hohe Investitionskosten treffen auf eine geringe Zahlungsbereitschaft, da fossile Alternativen vielfach günstiger sind. Hinzu kommen regulatorische Unsicherheiten, etwa bei Netzentgelten, Förderbedingungen und der langfristigen Ausgestaltung des Marktrahmens.
Ohne verlässliche Rahmenbedingungen wird der Hochlauf nicht gelingen. Der Markt steht weiterhin vor einem Henne-Ei-Problem: Angebot, Nachfrage und Infrastruktur müssen parallel entstehen. Dafür braucht es politische Unterstützung – etwa über langfristige Abnahmeinstrumente, wettbewerbsfähige Strompreise und bessere Koordinierung.
Der Monitoringbericht der Bundesnetzagentur zeigt zudem: Engpassmanagement und Verlustenergie im Stromsystem nehmen zu. Damit wächst der Bedarf an flexiblen, netzdienlichen Verbrauchern, die Überschüsse aufnehmen und Engpässe entlasten. Elektrolyseure können hier einen Beitrag leisten – vorausgesetzt, sie werden marktlich und regulatorisch so eingebunden, dass ihr flexibler Betrieb wirtschaftlich möglich ist.