Für die schwer vermeidbaren CO2-Emissionen aus Industrieprozessen sind derzeit zwei Verfahren besonders relevant.
Post-Combustion Capture
Das sogenannte Post-Combustion Capture ist ein Verfahren bei dem das Gasgemisch aus einer Punktquelle, zum Beispiel aus einem Zementwerk, einer Anlage zugeführt wird, die das CO2 abscheiden kann. Bei diesem Verfahren wird außer der Abkühlung des Gases auf 40 bis 60 Grad Celsius keine Anpassung oder Vorbehandlung des CO2-haltigen Gases benötigt.
Möglichkeiten der Abscheidung sind die Aminwäsche oder Carbonate Looping. Bei der Aminwäsche wird das CO2 chemisch von den Aminen in einer sogenannten Waschlösung absorbiert. Die gesättigten Amine bzw. die Lösung wird dann auf 100 bis 140 Grad Celsius erhitzt, wobei ein Großteil des CO2 wieder gasförmig wird und dann innerhalb der Anlage abgeschieden wird. Beim Carbonate Looping handelt es sich um ein chemisches Absorptionsverfahren, bei dem CO2 an ein festes Absorbens, z. B. Kalziumoxid, gebunden wird. Es wird auch als trockenes Absorptionsverfahren bezeichnet. Das in diesen Prozessen abgeschiedene CO2 wird im letzten Schritt gereinigt und verdichtet, um es für die Einspeicherung (CCS) oder die Nutzung (CCU) transportieren zu können.
Oxyfuel Combustion Capture
Das Oxyfuel-Verfahren ist ein Verbrennungsverfahren, das die anschließende Abtrennung von CO2 aus dem Abgas erleichtert. Dabei werden kohlenstoffhaltige Brennstoffe nicht mit Luft, sondern mit Sauerstoff hoher Reinheit verbrannt. Dieser wird zuvor in einer Luftzerlegungsanlage aus der Umgebungsluft gewonnen.
Das entstehende Abgas besteht überwiegend aus CO2 und Wasserdampf. Daneben können unter anderem Sauerstoff, Stickstoff, Argon sowie Schwefel- und Stickstoffoxide enthalten sein. Abhängig von der Anlagenkonfiguration kann der CO2-Anteil im trockenen Abgas rund 80 Volumenprozent betragen.
Durch Abkühlung wird ein großer Teil des Wasserdampfs auskondensiert. Der verbleibende CO2-reiche Gasstrom muss abhängig von der vorgesehenen Nutzung, dem Transport oder der Speicherung weiter gereinigt, getrocknet und verdichtet werden.
Da der größte Teil des in der Verbrennungsluft enthaltenen Stickstoffs entfällt, verringert sich der Aufwand für die nachgelagerte Trennung von CO2 und Stickstoff. Gleichzeitig benötigen insbesondere die Luftzerlegung, die Abgasbehandlung und die Aufbereitung des CO2 zusätzliche Energie. Der Gesamtenergiebedarf hängt von der Anlage, dem Brennstoff und der konkreten Verfahrensführung ab.