Erdgas bleibt auch im Jahr 2025 der mit Abstand wichtigste Energieträger im Wärmemarkt – 56,2 Prozent der rund 43 Millionen Wohneinheiten in Deutschland werden mit Erdgas versorgt. Die langfristige Entwicklung seit dem Jahr 2000 zeigt dabei ein klares und konsistentes Muster: Der Anteil von Erdgas an der Wärmeversorgung ist kontinuierlich gestiegen – von 41,5 Prozent im Jahr 2000 auf heute über 56 Prozent. Parallel dazu ist der Anteil von Heizöl deutlich zurückgegangen, von 32,3 Prozent auf nur noch 17,3 Prozent.
Neben Erdgas behält die Fernwärme ihre Bedeutung. Ihr Anteil am Wohnungsbestand stieg von 14,2 Prozent im Jahr 2000 auf 15,5 Prozent im Jahr 2025. Die Entwicklung verläuft aufgrund der hohen Investitionskosten zwar moderat, aber kontinuierlich und mit wachsender Bedeutung im städtischen Raum. Gas ist auch hier der zentrale Baustein: Denn rund 50 Prozent der eingesetzten Energie für die Erzeugung von Fernwärme stammen aus Erdgas.
Demgegenüber bleibt der Beitrag von Stromheizungen und Wärmepumpen im Gebäudebestand weiterhin gering. Während beide Technologien im Jahr 2000 zusammen 5,8 Prozent ausmachten, liegt ihr gemeinsamer Anteil 2025 bei lediglich 6,8 Prozent. Das zeigt, wie langsam sich die Beheizungsstruktur im Bestand verändert – und wie wichtig ein kontinuierlicher Heizungstausch im Bestand ist, um Effizienzgewinne, Emissionsminderungen und technologische Erneuerung in die Breite zu tragen. Insbesondere neue Gase wie Wasserstoff und Biomethan können in Zukunft einen wichtigen Beitrag zur Defossilisierung des Wärmemarkts leisten.
In den Jahren 2015 bis 2021 wurden im langjährigen Durchschnitt zwischen 700.000 und 900.000 Heizungen pro Jahr installiert. 2023 war ein Rekordjahr für den Wärmemarkt, mit über 1,3 Millionen verkauften Heizgeräten. Seitdem befindet sich der Markt jedoch in einem ausgeprägten Abschwung. 2024 und 2025 zählen zu den schwächsten Jahren der vergangenen Dekade. Im Jahr 2025 wurden insgesamt lediglich 627.000 Heizgeräte verkauft – ein Rückgang um 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Markt bleibt damit deutlich unter dem langjährigen Niveau und setzt den Negativtrend nach dem Rekordjahr 2023 fort. Die Zahlen belegen, dass viele Investitionsentscheidungen im Gebäudebestand aufgeschoben werden, obwohl der Sanierungs- und Modernisierungsbedarf hoch bleibt.
Der Blick auf die eingesetzten Technologien zeigt ein erfreuliches Wachstum bei Wärmepumpen. Erstmals liegen diese vorn und erreichen 47,7 Prozent der Verkäufe. Dahinter folgen Erdgasheizungen mit 44,1 Prozent. Moderne Gas-Brennwertheizungen überzeugen durch hohe Effizienz, vergleichsweise geringe spezifische Emissionen sowie durch ihre breite Einsetzbarkeit im Bestand – auch ohne tiefgreifende Eingriffe in die Gebäudehülle oder das Wärmeverteilsystem. Zudem sind sie in vielen Fällen ein pragmatischer Ersatz bei dringend nötigen Heizungstauschen.