Erdgas – vielfältige Eigenschaften

Nach wie vor setzt die Mehr­heit der Deut­schen beim Hei­zen auf Erd­gas. Auch in der Strom­er­zeu­gung oder in der Mo­bi­li­tät spielt der Ener­gie­trä­ger seit vie­len Jah­ren ei­ne wich­ti­ge Rol­le. Was sind die Grün­de für die­se Er­folgs­ge­schich­te?

Besonders vielseitig anwendbar

Mit Erd­gas ver­bin­det man vor al­lem die si­che­re Wär­me­ver­sor­gung. Doch der Ener­gie­trä­ger kann noch viel mehr und ist da­bei be­son­ders ef­fi­zient. Da­bei lässt sich Erd­gas nicht nur im Haus­halt, son­dern auch in Kraft­wer­ken zur Wär­me- und Strom­er­zeu­gung an­wen­den.

Wasserstoff kann in der Gas-Infrastrktur gespeichert und transportiert werden

Gut verfügbar

Die Gas-In­fra­struk­tur mit ih­ren über 42.000 Ki­lo­me­tern Fern­netz­lei­tun­gen und rund 560.000 Ki­lo­me­ter lan­gen Ver­teil­net­zen so­wie den un­ter­ir­di­schen Gas-Spei­chern ist das Rück­grat der Ener­gie­ver­sor­gung in Deutsch­land. Das Gas-Netz kann die vier­fa­che Men­ge an Ener­gie durch­lei­ten, die das Strom­netz trans­por­tie­ren kann. Sie lässt sich mit we­ni­gen tech­ni­schen Ein­grif­fen auch für den Trans­port von Was­ser­stoff nut­zen.

Gas: Beliebte Heizenergie

Gas ist fes­ter Be­stand­teil des deut­schen Ener­gie­mi­xes: Ins­be­son­de­re für die In­dus­trie ist es der wich­tigs­te Ener­gie­trä­ger, aber auch im Ge­bäu­de­sek­tor hat der Ener­gie­trä­ger ei­nen we­sent­li­chen An­teil.

Anteil der Energieträger im Wärmemarkt

Technisch ausgereift und sparsam

Mo­der­ne gas­ba­sier­te Tech­no­lo­gien ar­bei­ten be­son­ders ef­fi­zient, des­halb ist ihr Be­trieb häu­fig güns­ti­ger als mit an­de­ren Ener­gie­trä­gern. Bei glei­chem Ener­gie­ein­satz ver­ur­sacht Erd­gas bei der Ver­bren­nung mit rund 201 Gramm CO2 je Ki­lo­watt­stun­de et­wa 24 Pro­zent we­ni­ger di­rek­te CO2-Emis­si­o­nen als Heiz­öl mit rund 266 Gramm. Die tat­säch­li­che Emis­si­ons­min­de­rung beim Aus­tausch ei­nes al­ten Öl-Kes­sels hängt zu­sätz­lich von den Nut­zungs­gra­den der al­ten und neuen An­la­ge ab.

Vie­le gas­ba­sier­te Pro­zes­se, wie zum Bei­spiel die Ver­stro­mung von Erd­gas, sind seit vie­len Jah­ren am Markt. Sie ha­ben sich be­währt und wur­den wäh­rend die­ser Zeit immer wei­ter­ent­wi­ckelt, so­dass sie auch mit er­neu­er­ba­ren Ener­gien kom­bi­niert wer­den kön­nen. Gas-Kraft­wer­ke, die per­spek­ti­visch mit Was­ser­stoff aus er­neu­er­ba­ren Ener­gien be­trie­ben wer­den sol­len, er­fül­len höchs­te An­sprü­che an Ef­fi­zienz und emit­tie­ren kei­ne Treib­haus­ga­se. Das zeigt: Gas- und Dampf­tur­bi­nen sind Meis­ter­wer­ke in­no­va­ti­ver In­ge­nieurs­kunst.

Abbildung des Bundestages

EU-Emissionshandelssystem (EU ETS) – Was kommt ab 2027 auf uns zu?

Mit dem eu­ro­pä­i­schen Emis­si­ons­han­del (ETS II) wird der CO2-Aus­stoß im Ge­bäu­de- und Ver­kehrs­sek­tor künf­tig eu­ro­pa­weit be­preist. In Deutsch­land sind wir durch das Brenn­stoff­emis­si­ons­han­dels­ge­setz (BEHG) be­reits gut vor­be­rei­tet. Den­noch gilt: Das neue Sys­tem muss sich erst be­wäh­ren – ver­läss­li­che Prog­no­sen zum künf­ti­gen CO2-Preis sind der­zeit noch schwie­rig. Laut EU-Schät­zun­gen könn­te der Preis bis 2030 zwi­schen 48 und 80 Euro pro Ton­ne CO2 lie­gen. Für Ver­brau­cher und Ver­brau­che­rin­nen be­deu­tet das: Die Aus­wir­kun­gen auf die Heiz­kos­ten blei­ben über­schau­ba­rer, als vie­le be­fürch­ten – das zeigt auch un­ser CO2-Preis-Rech­ner.

Neue Gase für innovative Technik

Eines ist klar: Die Er­folgs­ge­schich­te des kon­ven­ti­o­nel­len Erd­ga­ses in Deutsch­land wird in den nächs­ten Jahr­zehn­ten zu En­de ge­hen. Der Ener­gie­trä­ger ist in sei­ner heu­ti­gen Form nicht ge­eig­net für eine treib­haus­gas­neu­tra­le Zu­kunft. Aber die Gas-Bran­che hat längst neue Gas-Ar­ten für die Ener­gie­wen­de ent­wi­ckelt. Da­zu ge­hö­ren Bio­gas, Was­ser­stoff und syn­the­ti­sches Gas.

Sie kön­nen gas­ba­sier­te Pro­zes­se schritt­wei­se fit ma­chen auf dem Weg zur Treib­haus­gas­neu­tra­li­tät 2045 – ba­sie­rend auf Was­ser­stoff aus er­neu­er­ba­ren Ener­gien: Ein neuer Gas-Brenn­wert­kessel kann schon heu­te je nach Her­stel­ler und Mo­dell zwi­schen 20 und 100 Pro­zent Was­ser­stoff-An­teil ver­ar­bei­ten. Die seit 2025 im Han­del ver­füg­ba­ren Gas-Hei­zun­gen sol­len mit ge­rin­gem Auf­wand auf die Nut­zung von 100 Pro­zent Was­ser­stoff, der per Elek­tro­ly­se mit Strom aus er­neu­er­ba­ren Ener­gien er­zeugt wur­de, um­ge­rüs­tet wer­den kön­nen. Die Gas-Er­folgs­ge­schich­te wird al­so min­des­tens um ein wei­te­res Ka­pi­tel er­gänzt.

Klimabilanz: Emissionen von Erdgas

Erd­gas ist ein brenn­ba­res, na­tür­lich ent­stan­de­nes Gas-Ge­misch und ei­ne wich­ti­ge Säu­le im Ener­gie­mix. Beim Hei­zen ver­ur­sacht die Ver­bren­nung von Erd­gas rund 201 Gramm CO2 je Ki­lo­watt­stun­de Brenn­stoff­ein­satz und da­mit et­wa 24 Pro­zent we­ni­ger di­rek­te CO2-Emis­si­o­nen als Heiz­öl mit rund 266 Gramm. Bei der Strom-Er­zeu­gung ent­ste­hen laut Wer­ten des Um­welt­bun­des­am­tes mit Erd­gas rund 394 Gramm CO2 je Ki­lo­watt­stun­de, ge­gen­über 860 Gramm bei Stein­koh­le und 1.119 Gramm bei Braun­koh­le. Das ent­spricht rund 54 be­zie­hungs­wei­se 65 Pro­zent nie­dri­ge­ren di­rek­ten CO2-Emis­si­o­nen. Er­neu­er­ba­re Ener­gien wie Wind- und So­lar­ener­gie ver­ur­sa­chen deut­lich ge­rin­ge­re Treib­haus­gas­emis­si­o­nen.

Vie­le De­bat­ten dis­ku­tie­ren, in­wie­weit Erd­gas über­haupt Be­stand­teil des Trans­for­ma­ti­ons­pfa­des hin zu ei­nem kli­ma­neu­tra­len Ener­gie­sys­tems sein kann. Ver­ein­zelt gibt es Kri­tik in Be­zug auf sei­ne ge­sam­ten Treib­haus­gas-Emis­si­o­nen in­klu­si­ve Vor­ket­te.

Die Stu­die "Carbon Foot­print Natural Gas 1.1" der DBI Gas- und Um­welt­tech­nik GmbH un­ter­such­te für den Zeitraum 2015 – 2018 den Carbon Foot­print von Erd­gas, wel­ches in Zen­tral-Eu­ro­pa bzw. Deutsch­land ver­teilt wur­de. Da­bei wur­den die Schrit­te För­de­rung, Auf­be­rei­tung, Trans­port und Spei­che­rung von Erd­gas be­rück­sich­tigt. Die Stu­die zeigt auf, dass auch un­ter Ein­be­zie­hung al­ler Vor­ket­ten Erd­gas un­ter den fos­si­len Ener­gie­trä­gern die ge­rings­ten Treib­haus­gas­emis­si­onen auf­weist. Laut die­ser Stu­die lie­gen die Treib­haus­gas­emis­sionen von Erd­gas zwi­schen 41 und 44 Pro­zent unter de­nen von Stein- und Braun­koh­le. Unter Be­rück­sich­ti­gung der Kraft­werks­wir­kungs­gra­de ist der Un­ter­schied bei der Strom-Er­zeu­gung noch grö­ßer.

Ba­sie­rend auf den Stu­dien­er­geb­nis­sen lässt sich ab­lei­ten, dass die Vor­ket­ten-Emis­si­ons­wer­te des deut­schen Erd­gas-Mix rund 12,2 Pro­zent des Ge­samt­emis­si­ons­wer­tes von Erd­gas be­tra­gen. Die Me­than­ver­lus­te aus Trans­port und Pro­duk­ti­on des in Deutsch­land ver­wen­de­ten Ga­ses be­lau­fen sich auf ca. 0,3 Vo­lu­men-Pro­zent; be­dingt durch die Kli­ma­wirk­sam­keit von Me­than ent­ste­hen da­mit ca. 9 g CO2-Äqui­va­len­te pro ver­brann­ter kWh Erd­gas. Für die Be­rech­nung der CO2-Äqui­va­len­te der Me­than­emis­si­o­nen wur­de der zu dem Zeit­punkt ak­tu­el­le Fak­tor des IPCC Assessment Reports 4 (AR4) aus dem Jahr 2025 zu­grun­de ge­legt. Wei­te­re 18 g CO2-Emis­si­o­nen ent­ste­hen durch den Ener­gie­auf­wand bei För­de­rung (Ener­gie­ein­satz bei Auf­schluss und Aus­beu­tung der Erd­gas-Quel­le), Auf­be­rei­tung (Rei­ni­gung und Kon­di­ti­o­nie­rung des Roh-Ga­ses) und Trans­port (Ener­gie­auf­wand für Ver­dich­tung und Ver­tei­lung).

Die Stu­die kommt zu dem Er­geb­nis, dass die Me­than­emis­si­o­nen in al­len Län­dern und Pro­duk­ti­ons­schrit­ten zu­rück­ge­gan­gen sind, was auf die Maß­nah­men zur Re­du­zie­rung der Me­than­emis­si­o­nen zu­rück­zu­füh­ren ist.

In sei­nen Emis­si­ons­da­ten 2025 ver­gleicht das Um­welt­bun­des­amt die CO2-Emis­si­o­nen bei der di­rek­ten Ver­bren­nung fos­si­ler Ener­gie­trä­ger. Die­se Wer­te die­nen als recht­lich bin­den­de Be­rech­nungs­grund­la­ge in Deutsch­land. Das UBA rech­net Roh­braun­koh­le-Emis­si­o­nen in H­öhe von 0,399 kg CO2/kWh, Stein­koh­le et­wa 0,337 kg CO2/kWh, Heiz­öl 0,286 kg CO2/kWh und Erd­gas 0,201 kg CO2/kWh. Da­mit rech­net es Erd­gas den nie­drigs­ten Wert un­ter den fos­si­len Ener­gie­trä­gern zu, wäh­rend die Ver­bren­nung von Koh­le und Öl hö­he­re CO2-Emis­si­onen vor­weist. Al­ler­dings be­tont das UBA auch, dass das vor­ge­la­ger­te Ziel der Aus­stieg aus fos­si­len Ener­gie­trä­gern ist und auch bei Erd­gas ent­ste­hen­de Vor­ket­ten­emis­si­onen kri­tisch zu be­trach­ten sind.

Expertenthema
Vorkettenemissionen von Erdgas

Fakten zu den Emissionen von Erdgas

Zah­len und Fak­ten zu den Vor­ket­ten-Emis­si­o­nen und zur Kli­ma­bi­lanz von lei­tungs­ge­bun­de­nem Erd­gas und von LNG le­sen Sie in un­se­rem Fak­ten­blatt.

Cookies
Verwalten Sie Ihre Cookie-Einstellungen
Wir verwenden Cookies, um Ihnen eine optimale Nutzung unseres Internetangebots zu ermöglichen. Dazu zählen Cookies, die für den sicheren und technischen Betrieb der Website notwendig sind, sowie solche, die zu anonymen Statistikzwecken genutzt werden. Einige Informationen zur Verwendung unserer Website geben wir an Partner für soziale Medien und Werbung weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben.

In den folgenden Cookie-Zustimmungsoptionen können Sie die Cookies verwalten und zusätzliche Kategorien zulassen. Indem Sie auf den Button "Alle Cookies akzeptieren" klicken, werden alle Kategorien von Cookies aktiviert. Ihre Einwilligung können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Ihre Auswahl: