Pressemitteilung , 16. Okt 2026
Grüngasquote eröffnet weiteren Weg zum klimaneutralen Heizen
- Deutschlands Biomethanbranche verfügt über ausreichend Potenzial für grüne Gase, um Grüngasquote mit schrittweise wachsendem Angebot zu erfüllen
- Ein moderater Einstieg, liquider Handel und flexible Quotenregeln sollen die Kosten begrenzen und den Einsatz erneuerbarer und kohlenstoffarmer Gase schrittweise ermöglichen.
- Kehler: „Die Vorschläge des BMWE ermöglichen eine pragmatische und bürokratiearme Umsetzung der politischen Eckpunkte, die Anfang des Jahres von den Regierungsfraktionen vorgestellt wurden.“
Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft begrüßt die Umsetzungspläne des Bundeswirtschaftsministeriums zur Einführung einer Grüngasquote. Das Konzept eröffnet einen Weg, um auch bestehende Gasheizungen schrittweise mit erneuerbaren und kohlenstoffarmen Brennstoffen zu versorgen. Der Verband sieht darin eine wichtige Ergänzung zur Elektrifizierung der Wärmeversorgung. Im heutigen Verbändedialog mit dem Bundeswirtschaftsministerium wurde deutlich, dass eine Umsetzung mit geringen Markteingriffen und überschaubaren Mehrkosten für die Kunden angestrebt wird.
Mit der geplanten Grüngasquote eröffnet die Bundesregierung einen Weg, bestehende Gasheizungen schrittweise klimaneutral zu betreiben. Der vom Bundeswirtschaftsministerium vorgesehene Hochlauf eröffnet neue Absatzmöglichkeiten für erneuerbare und kohlenstoffarme Gase und gibt Unternehmen damit einen Anreiz, in zusätzliche Produktionskapazitäten zu investieren. Zugleich erhalten Hauseigentümer eine weitere Möglichkeit, die Emissionen ihrer Wärmeversorgung zu senken, ohne zwingend die Heizungsanlage austauschen zu müssen. „Beim heutigen Verbändedialog wurde deutlich, dass Quotenhöhen, Mengenangebot und Infrastruktur zusammenpassen und das Ministerium in Richtung einer pragmatischen Umsetzung steuert“, erklärte Dr. Timm Kehler, Vorstand des Verbandes Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft. „Die Grüngasquote bringt mehr Wahlmöglichkeiten in die Wärmewende. Die Menschen können selbst am besten beurteilen, welche Heizung für ihr Zuhause sinnvoll ist. So kann wieder Frieden in die Heizungskeller einkehren.“
Grüngasquote und Wärmepumpe ergänzen sich
Nach Ansicht des Verbandes steht die Grüngasquote nicht im Wettbewerb zur Wärmepumpe. Wo der Umstieg auf eine Wärmepumpe technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist, wird sie auch künftig die attraktivste Lösung bleiben. Doch nicht jedes Gebäude lässt sich ohne Weiteres elektrifizieren und nicht jede Gasheizung wird bis 2045 ausgetauscht sein können. Für diese Fälle schafft die Grüngasquote eine zusätzliche Perspektive: Bestehende Heizungen können weiter genutzt und die eingesetzten Brennstoffe schrittweise klimaneutral werden. Kehler: „Damit setzt das Bundeswirtschaftsministerium die Vereinbarungen der Koalition zur technologieoffenen Wärmewende auf pragmatische Weise um. Statt den Menschen einen bestimmten Heizungsweg vorzuschreiben, erhalten sie mehr Möglichkeiten, die für ihr Gebäude passende Lösung zu wählen.“
Grüne Gase sind vorhanden und Angebot kann wachsen
Die Grüngasquote startet nicht bei null. Bereits heute werden in Deutschland erhebliche Mengen Biogas und Biomethan erzeugt. Allein 2025 wurden rund 12,3 Terawattstunden Biomethan in das Gasnetz eingespeist, weitere Tausende bestehende Biogasanlagen warten auf den Anschluss an das Gasnetz. Zusätzliche Potenziale liegen in Importen. Die Grüngasquote schafft die verlässliche Nachfrage, um diese Potenziale zunehmend zu erschließen.
Auch Wasserstoff kann einen wichtigen Beitrag zur Grüngasquote leisten. So schafft die Möglichkeiten der Anrechnung von Wasserstoff aus der Industrie eine Win-Win-Situation. Für die Industrie entsteht damit ein weiterer Anreiz, den Wasserstoffhochlauf zu gestalten und für die Heizungskunden wächst das Angebot an grünem Gas. Auch hier kommt es nun darauf an, die Anrechnung möglichst flexibel und unbürokratisch auszugestalten.