Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat heute Ergebnisse einer Messkampagne an Anlagen der Öl- und Gasinfrastruktur veröffentlicht. Der Verband Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft warnt davor, aus qualitativen Kameraaufnahmen vorschnell auf die Höhe von Methanemissionen oder mögliche Rechtsverstöße zu schließen. Dr. Timm Kehler, Vorstand des Verbandes:
„Methanemissionen müssen weiter sinken – darüber besteht auch innerhalb der Branche große Einigkeit. Umso wichtiger ist es, sauber zwischen einem sichtbaren Hinweis und einem belastbaren Messbefund zu unterscheiden. Die DUH spricht von Emissionen an 13 Anlagen, räumt aber selbst ein, dass ihre Kamera weder die Menge zuverlässig quantifiziert noch aus jeder Aufnahme auf ein Leck oder einen Rechtsverstoß geschlossen werden kann. Nur in vier Fällen sieht sie überhaupt Anlass für Beschwerden. Bei einem Großteil der übrigen Aufnahmen geht es um reguläre Betriebs- und Verbrennungsprozesse.
Damit zeigt die DUH unfreiwillig sehr anschaulich, warum wir bei der EU-Methanverordnung auf klare, einheitliche Messstandards und rechtssichere Bewertungsmaßstäbe drängen. Wer Methan wirksam reduzieren will, braucht belastbare Daten und klare Bewertungsmaßstäbe. Insofern liefert die heutige Aktion eher zusätzliche Argumente für eine Nachbesserung der Verordnung als gegen sie. Deutschland hat bei Methan bereits erhebliche Fortschritte erzielt. Seit 1990 sind die Methanemissionen nach Angaben des Umweltbundesamtes um rund zwei Drittel gesunken – deutlich stärker als die CO₂-Emissionen. Auch Gastransport und -verteilung haben ihre Emissionen erheblich reduziert. Das Ziel muss sein, diesen Weg konsequent fortzusetzen.“