Pressemitteilung , 10. Jul 2026
Gebäudemodernisierungsgesetz: Grüngasquote öffnet Weg für Wärmewende im Bestand
- Das GModG eröffnet technologieoffene Modernisierungspfade für den Gebäudebestand.
- Gesetzlich festgeschriebene Einführung einer Grüngasquote schafft verbindliche Perspektive für Biomethan und Wasserstoff.
- Kehler: „Klimaneutralität im Gebäudesektor lässt sich nicht allein durch den Austausch von Heizungen erreichen. Ebenso wichtig ist die schrittweise Dekarbonisierung der eingesetzten Energieträger."
Der Deutsche Bundestag hat heute das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) in zweiter und dritter Beratung verabschiedet. Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft begrüßt, dass damit noch vor der Sommerpause ein verlässlicher Rahmen für die Wärmewende im Gebäudebestand geschaffen wird. Positiv bewertet der Verband die gesetzliche Verankerung der Grüngasquote. Nachbesserungsbedarf sieht er weiterhin bei der Kostenaufteilung zwischen Mietern und Vermietern.
Mit der heutigen Entscheidung setzt der Bundestag ein wichtiges Signal für eine technologieoffene Modernisierung des Gebäudebestandes. Das Gesetz eröffnet unterschiedliche Erfüllungswege und schafft mit der Grüngasquote eine verbindliche Perspektive für den Einsatz klimaneutraler Gase. Die Quote soll bis Dezember 2026 in einem eigenen Gesetz konkret ausgestaltet werden. Entscheidend ist nun, verlässliche Rahmenbedingungen für Biomethan, Wasserstoff und Derivate wie synthetisches Methan zu entwickeln.
„Klimaneutralität im Gebäudesektor wird nicht nur über den Austausch von Heizungen, sondern ebenso über die schrittweise Dekarbonisierung der eingesetzten Energieträger geschehen“, erklärt Dr. Timm Kehler, Vorstand des Verbandes Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft. „Die Grüngasquote schafft dafür eine verlässliche Perspektive. Sie schafft nun planbare Nachfrage nach Biomethan und Wasserstoff und wird damit Investitionen in Produktion, Import und Infrastruktur anstoßen. Damit wird deutlich: Die Zukunft der Gasnetze liegt nicht in ihrer pauschalen Stilllegung, sondern in ihrer gezielten Weiterentwicklung für klimaneutrale Gase.“
Das GModG kann besonders die Modernisierung im Gebäudebestand vorantreiben. Über die Hälfte der Wohnungen im Bestand werden mit Gas beheizt. Das Gesetz ermöglicht nun sowohl die Modernisierung mit neuen und effizienten Gasbrennwertgeräten als auch den Heizungstausch mit Hybridheizungen, die eine Wärmepumpe mit einer Gasheizung kombinieren. Diese Lösung ist gerade in bestehenden Gebäuden oft kosteneffizient und zügig umsetzbar und bezieht die vorhandene Infrastruktur mit ein.
Kritisch bewertet der Verband dagegen die Regelungen zur Kostenverteilung im Mietverhältnis. Diese sind aus Sicht der Gas- und Wasserstoffwirtschaft unnötig komplex. „Deutschland hat die höchste Mieterquote in der Europäischen Union. Deshalb entschei-det sich die Praxistauglichkeit des Gesetzes gerade im vermieteten Bestand. Die jetzt vor-gesehene Systematik droht Abrechnung und Umsetzung unnötig zu verkomplizieren und Investitionen zu behindern. Hier besteht weiterhin Nachbesserungsbedarf“, so Kehler weiter.