Pressemitteilung , 13. Mai 2026

Gebäudemodernisierungsgesetz: Pragmatismus für die Wärmewende im Bestand

Bild: Jost Listemann/DIE GAS- UND WASSERSTOFFWIRTSCHAFT
Bild: Jost Listemann/DIE GAS- UND WASSERSTOFFWIRTSCHAFT
  • GModG schafft mit Biomethan in der Breite Handlungsoptionen für die Wärmewende im Gebäudebestand
  • 13,9 Millionen Gasheizungen versorgen rund 56 Prozent aller Wohnungen – Bio-Treppe, Grüngasquote und Hybridheizungen eröffnen realistische Modernisierungsoptionen
  • Kehler: „Wer eine effektive Wärmewende will, bietet breitenwirksame Lösungen für den Bestand.“

Das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) kann aus Sicht des Verbands Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft den Weg für den Einsatz grüner Gase wie Biomethan oder Wasserstoff in der Wärmewende ebnen. Anlässlich der heutigen Kabinettsbefassung stellte der Verband klar, dass es gerade im Gebäudebestand in Verbindung mit Biomethan und neuen Technologien wie der Hybridheizung zusätzliche Handlungsoptionen eröffnet. Wie Grüngasquote und Bio-Treppe in der Praxis zusammenspielen sollen, bleibt allerdings bislang unklar.

Mit dem GModG will die Bundesregierung das bisherige Gebäudeenergiegesetz grundlegend überarbeiten. Insbesondere sollen viele detaillierte technische Vorgaben entfallen. Stattdessen sieht der aktuelle Entwurf unter anderem die sogenannte Bio-Treppe, also stufenweise steigende Anteile klimaneutraler Gase für neue Heizungen ab 2029 vor. Flankiert werden soll das Gesetz durch die Einführung einer Grüngasquote. Damit ebnet der Gesetzesentwurf Biomethan und anderen erneuerbaren und dekarbonsierten Gasen wie Wasserstoff und seinen Derivaten den Weg, um gerade im Gebäudebestand einen wesentlichen Beitrag zur Wärmewende zu leisten.

„Das Gebäudemodernisierungsgesetz schafft kosteneffiziente Handlungsoptionen zur CO2-Minderung besonders im Bestand und damit in der Breite des Wärmemarktes“, erklärt Dr. Timm Kehler, Vorstand des Verbandes Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft. „Gute Politik beginnt mit dem Betrachten der Realität: Weit mehr als die Hälfte aller Heizungen in Deutschland sind Gasheizungen. Wer die Wärmewende vorantreiben will, muss Lösungen für die Breite anbieten und dabei Elektronen und Moleküle zusammendenken. Wärmepumpen, Hybridheizungen, Fernwärme, Biomethan und perspektivisch Wasserstoff sind keine Gegensätze, sondern Bausteine eines resilienten und bezahlbaren Wärmesystems.“

In Deutschland sind rund 13,9 Millionen Gasheizungen in Betrieb; sie versorgen rund 56 Prozent aller Wohnungen. Der Austausch dieser Anlagen verläuft bislang nur schleppend. Hybridlösungen aus Gas-Brennwertheizung und Wärmepumpe können hier eine Schlüsseltechnologie werden. Sie ermöglichen gerade im Bestand einen pragmatischen Einstieg in die Elektrifizierung, ohne bestehende Infrastruktur vorschnell aufzugeben. Nach Berechnungen des Verbandes lassen sich durch den Austausch von Gas- gegen Wärmepumpenheizungen sowie eine starke Nutzung der Hybridtechnik erhebliche Modernisierungsfortschritte erzielen.

Vor allem aufgrund von Modernisierungsarbeiten am Gebäude und dem Ausbau von Hybridheizungen erwartet der Verband, dass sich der Gasverbrauch im Gebäudesektor bis 2045 etwa halbieren lässt. Ein Heizungsmarktmodell des Verbandes ermittelt in einem modernisierten Bestand bis 2045 einen verbleibenden Gasbedarf von rund 120 TWh pro Jahr. Trotz des Absatzrückgangs wird kein drastischer Anstieg der Netzentgelte erwartet.

Nach Berechnungen des Verbands Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft lassen sich die ersten Mengenvorgaben von Grüngasquote und Bio-Treppe mit derzeitigen Produktionskapazitäten erfüllen. Durch anstehende Investitionen werden diese Kapazitäten bis 2030 deutlich wachsen. Eine Erfüllung der weiteren Mengenanforderungen zu bezahlbaren Preisen wird als realistisch eingeschätzt.

„Kritisch bleibt allerdings der Blick auf das bislang unzureichend ausdefinierte Zusammenspiel von Grüngasquote und Bio-Treppe sowie eine bürokratische Überregulierung bei der Kostenteilung zwischen Vermietern und Mietern“, so Kehler.

Der Verband fordert daher, das GModG im weiteren Verfahren hier gezielt auf einfache Umsetzbarkeit auszurichten.

Als Stimme der Branche bündelt der Verband DIE GAS- UND WASSERSTOFFWIRTSCHAFT e. V. die In­te­res­sen seiner Mit­glie­der und setzt sich da­für ein, dass die Po­ten­zi­a­le von Was­ser­stoff und seiner Derivate sowie Bio­gas und Erd­gas inklusive der dazugehörigen In­fra­struk­tur ge­nutzt wer­den. Zudem in­for­miert er über die Chan­cen, die gas­för­mi­ge Ener­gie­trä­ger und ihre Infrastruktur in einem klimaneutralen als auch resilienten Energiesystem bie­ten, und treibt den Wandel der Bran­che hin zu neu­en Ga­sen vo­ran. Der Verband wird von führenden Unternehmen der Energiewirtschaft getragen und umfasst die gesamte Wertschöpfungskette von Produktion, Transport, Verteilung bis hin zu Handel, Vertrieb und Anwendungen. Wei­te­re Bran­chen­ver­bän­de und In­dus­trieunternehmen un­ter­stüt­zen ihn als Part­ner.

Ihr Ansprechpartner

Charlie Grüneberg
Ihr Pressekontakt

Charlie Grüneberg

Leiter Kommunikation und Pressesprecher

Tel.: +49 171 2402630

Rechtlicher Hinweis zur Nutzung

Die Rech­te für die auf die­ser Sei­te ver­öf­fent­lich­ten Bil­der, Tex­te, Au­dio- und Vi­deo­da­tei­en lie­gen, wenn nicht an­ders ver­merkt, bei DIE GAS- UND WASSERSTOFFWIRTSCHAFT e.V. Die Da­te­ien aus dem Pres­se­be­reich kön­nen mit Quel­len­an­ga­be für die re­dak­ti­o­nel­le Be­richt­er­stat­tung ver­wen­det wer­den. Die Nut­zung bzw. der Ab­druck ist ho­no­rar­frei. Bit­te las­sen Sie uns bei ei­ner even­tu­el­len Nut­zung ei­nen Be­leg zu­kom­men.

Jeg­li­che an­de­re Nut­zung ist nur nach vor­he­ri­ger schrift­li­cher Ein­wil­li­gung von DIE GAS- UND WASSERSTOFFWIRTSCHAFT ge­stat­tet.

Die be­reit­ge­stell­ten Da­tei­en sind nach bes­tem Wis­sen und Ge­wis­sen er­stellt. Un­ge­ach­tet des­sen über­nimmt DIE GAS- UND WASSERSTOFFWIRTSCHAFT kei­ne Ver­ant­wor­tung für aus der Nut­zung der Da­tei­en ent­ste­hen­de Schä­den.

Cookies
Verwalten Sie Ihre Cookie-Einstellungen
Wir verwenden Cookies, um Ihnen eine optimale Nutzung unseres Internetangebots zu ermöglichen. Dazu zählen Cookies, die für den sicheren und technischen Betrieb der Website notwendig sind, sowie solche, die zu anonymen Statistikzwecken genutzt werden. Einige Informationen zur Verwendung unserer Website geben wir an Partner für soziale Medien und Werbung weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben.

In den folgenden Cookie-Zustimmungsoptionen können Sie die Cookies verwalten und zusätzliche Kategorien zulassen. Indem Sie auf den Button "Alle Cookies akzeptieren" klicken, werden alle Kategorien von Cookies aktiviert. Ihre Einwilligung können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Ihre Auswahl: